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Anspruch auf krankengeld nach kündigung durch arbeitnehmer

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Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitslosigkeit und Entlassung

  1. Was ist Krankengeld und wer zahlt es?
  2. Welche Voraussetzungen gibt es für Krankengeld?
  3. Krankengeld auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses?
  4. Anspruch auf Krankengeld nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses?
  5. Krankengeld bei Arbeitslosigkeit
  6. Hat die Abfindung Auswirkungen auf die Höhe des Krankengeldes?
  7. Antrag

1.

Was ist Krankengeld und wer zahlt es?

Das Krankengeld wird von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung des Arbeitnehmers gezahlt, insbesondere wenn der Arbeitnehmer wegen der gleichen Krankheit länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist.

Während der ersten sechs Wochen (42 Kalendertage) der Arbeitsunfähigkeit übernimmt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung.

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Dies ist im Lohnkontinuitätsgesetz (EntgFG) festgelegt. Während dieser Zeit haben Sie Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse, dieser ruht jedoch für den Zeitraum der vorrangigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Nach sechs Wochen erlischt die Zahlungspflicht des Arbeitgebers. Ein völliger Verdienstausfall muss ein erkrankter Arbeitnehmer jedoch nicht befürchten, da ab diesem Zeitpunkt der Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse wiederhergestellt ist und die Zahlung des Krankengeldes von der Krankenkasse übernommen wird.

Die Höhe des Krankengeldes in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 70 Prozent des Bruttoentgelts, maximal jedoch 90 Prozent des Nettoentgelts.

Nach Ablauf von sechs Wochen ununterbrochener Bezahlung durch den Arbeitgeber müssen gesetzlich versicherte Arbeitnehmer stets mit Einkommensausfällen rechnen.

2. Was sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Krankengeld?

Wichtigste Voraussetzung für den Anspruch auf Krankengeld ist, dass der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht.

Der Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld hängt von der Art der Behandlung ab (&§ 46 V Sozialgesetzbuch - SGB V).

Demnach entsteht der Anspruch bei stationärer Behandlung im Krankenhaus am selben Tag, bei ambulanter Behandlung jedoch erst am Tag nach der Diagnose der Arbeitsunfähigkeit.


3. Krankengeld auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses?

Ob die Krankenkasse auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zur Zahlung von Krankengeld verpflichtet ist, hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers ab:

Beginn der Arbeitsunfähigkeit im laufenden Arbeitsverhältnis

Beispiel 1: Am 04.11.2024 erhielt Arbeitnehmer A eine Bescheinigung von einem Hausarzt wegen schwerer Rückenprobleme bis zum 4.

Februar 2025 arbeitsunfähig. Allerdings endet sein Arbeitsverhältnis am 31. Januar 2025.

In diesem Fall würde der Anspruch auf Krankengeld am Tag nach Feststellung der Arbeitsunfähigkeit, also am 5. November, entstehen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich A noch in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber zahlt das Arbeitsentgelt bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses weiter, der Anspruch auf Krankengeld ruht jedoch.

Nach Ablauf von 42 Kalendertagen, also auch für den Zeitraum vom 1. bis 4. Februar, erhält A Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Maßgeblich ist allein, dass der Arbeitnehmer an dem Tag, an dem der Anspruch auf Krankengeld entstanden ist, beschäftigt war und versicherungspflichtig war.

Kündigung des Arbeitsvertrages vor Ablauf der Sechswochenfrist.

Lohnfortzahlung

Endet das Arbeitsverhältnis vor Ablauf von sechs Wochen, sind die Wochen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vollständig ausgeschöpft, ist der Arbeitgeber nach Vertragsende nicht zu weiteren Zahlungen verpflichtet. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhält der Arbeitnehmer als Gegenleistung Krankengeld.

Beispiel 2: Arbeitnehmer A erkrankt zwei Wochen vor Ende des Arbeitsverhältnisses.

Für diese zwei Wochen wird ihm sein Gehalt vollständig vom Arbeitgeber ausgezahlt. Er erhält dann ein geringeres Krankengeld.

Krankschreibung am letzten Arbeitstag

Besonders umstritten waren in der Vergangenheit Fälle, in denen ein Arbeitnehmer erst am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegte.

Beispiel 3: Arbeitnehmer A wird das Arbeitsverhältnis zum 31.

Januar 2025 beenden. An diesem Tag erklärte der Hausarzt jedoch, dass er aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung nicht arbeiten könne Wirbelsäulenerkrankung. Sein Anspruch auf Krankengeld entsteht somit am Folgetag, also am 1. Februar 2025.

In diesem Fall endete das versicherte Arbeitsverhältnis mit der Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld. Das Bundessozialgericht (BSG) erkennt jedoch an, dass der Anspruch auf Krankengeld bestehen bleibt, solange er an das Arbeitsverhältnis anknüpft (BSG, Urteil vom 10.05.2012, Aktenzeichen B 1 KR 19/11 R).

Daher darf zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Beginn des Krankengeldes keine Pause eintreten, die nicht durch den Krankenstand gedeckt ist.

Der Arbeitnehmer bleibt trotz der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gesetzlich krankenversichert. Der Anspruch auf Krankengeld entsteht ab dem ersten Krankheitstag, ruht jedoch für die Dauer der Lohnzahlung des Arbeitgebers.

Arbeitsunfähigkeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Wird die Arbeitsunfähigkeit erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses festgestellt, besteht die Möglichkeit, einen sogenannten Anspruch gegen den Arbeitnehmer geltend zu machen.

nachträglicher Anspruch auf Krankengeld. Dies bedeutet, dass ein Arbeitnehmer auch nach Ende der Versicherungspflicht weiterhin Krankengeld beziehen kann.

Dies gilt jedoch maximal für einen Monat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Arbeitnehmer in dieser Zeit eine neue versicherte Beschäftigung antreten soll.

Die Krankenkasse prüft, ob eine ausreichende Wahrscheinlichkeit besteht, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

4. Anspruch auf Krankengeld nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die oben erläuterten Grundsätze gelten auch im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Dies bedeutet, dass ein erkrankter Arbeitnehmer im Krankheitsfall trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses weiterhin das Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber erhält.

Sie endet nach sechs Wochen bzw. mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Dann besteht - sofern die Arbeitsunfähigkeit weiterhin besteht - der Anspruch auf Krankengeld trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Höhe des Krankengeldes bleibt unverändert, da es auf Grundlage des bisherigen Verdienstes berechnet wird.

Wie lange nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird Krankengeld gezahlt?

Grundsätzlich wird Krankengeld für maximal 78 Wochen (einschließlich der Dauer der Lohnfortzahlung) über einen Zeitraum von drei Jahren für dieselbe Krankheit gezahlt, sofern die Arbeitsunfähigkeit fortbesteht.

Insbesondere schützt der Bezug von Krankengeld den Arbeitnehmer nicht vor einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Folgende Besonderheiten sind jedoch:

Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber

  • Im Der Fall der Kündigung des Arbeitnehmers ist „maßgeschneidert“.

    Wenn Sie eine Krankschreibung für den Zeitraum von der Kündigung bis zum Ende der Kündigungsfrist einreichen, ist die Chance für den Arbeitgeber sehr hoch, das ärztliche Arbeitsunfähigkeitszeugnis anzufechten und die Entgeltfortzahlung zu verweigern (BAG, Urteil vom 08.09.2021, Az. 5 AZR 149/21).

Im Zahlungsfall Beim Krankengeld kommt es darauf an, ob die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich vorlag: Bestätigt die Krankenkasse begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers, so hat dieser keinen Anspruch auf Krankengeld.

Einfache Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer Arbeitnehmer

Kündigt ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt ohne triftige Gründe, kann der Anspruch auf Krankengeld durch Verhängung einer Sperrfrist ruhen (§§ § 49 Abs.

1 Nr. 3b SGB V). Die Sperrfrist liegt insbesondere dann vor, wenn der Arbeitnehmer die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch eigene Kündigung zu vertreten hat, aber auch dann, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus Verschulden des Arbeitnehmers kündigt. In diesem Fall besteht für die Dauer von bis zu 12 Wochen kein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Krankengeld.

Eine Sperrfrist wird nicht verhängt, wenn der Arbeitnehmer triftige Kündigungsgründe vorbringt.

Dazu gehören:

  • Sexuelle Belästigung
  • Mobbing
  • Gesundheitliche Gründe


5. Krankengeld bei Arbeitslosigkeit

Bezieht ein Arbeitsloser bereits Arbeitslosengeld, hat er ähnliche Pflichten wie ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer: Er muss der Arbeitsagentur innerhalb von drei Tagen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen und erhält das Krankengeld dann für maximal sechs Wochen.

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen, zahlt die zuständige Krankenkasse das Krankengeld.

Die Höhe des Krankengeldes entspricht der bisher gezahlten Leistung. für Arbeitslose. Voraussetzung für die Beantragung von Krankengeld ist, dass die Arbeitsunfähigkeit während des rechtmäßigen Leistungsbezugs des Arbeitnehmers von der Agentur für Arbeit eingetreten ist.

Praxistipp: Sobald das Krankengeld gezahlt wird, endet der Arbeitslosengeldanspruch, da der Anspruch für diese Zeit ruht.

Das Krankengeld hat keinen Einfluss auf Ihren späteren Anspruch auf Arbeitslosengeld.Möchte der Arbeitnehmer nach Wegfall der Arbeitsunfähigkeit weiterhin Arbeitslosengeld beziehen, muss er dies erneut bei der Agentur für Arbeit beantragen.

6. Hat die Abfindung einen Einfluss auf die Höhe des Krankengeldes?

Kann ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen den Arbeitsvertrag nicht mehr erfüllen, wird häufig auf eine Vereinbarung zur krankheitsbedingten Beendigung des Arbeitsverhältnisses zurückgegriffen und im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung angeboten.

Solange dies realistisch ist.

Handelt es sich bei der Abfindung um eine Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes, hat die Zahlung keinen Einfluss auf Ihr Krankengeld. Falsche Abfindungen - also Zahlungen, die z. B. zur Deckung ausstehender Löhne oder Überstunden dienen - werden auf das Krankengeld angerechnet.

7. Antrag

  • Krankengeld wird gezahlt, wenn ein Arbeitnehmer wegen der gleichen Krankheit länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist.

  • Für die Auszahlung des Krankengeldes kommt es darauf an, dass der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld angestellt und versicherungspflichtig ist.
  • Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 Prozent des Bruttoentgelts, maximal jedoch 90 Prozent des Nettoentgelts.
  • Zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Beginn des Krankengeldes kann es keine Pause ohne Krankenurlaub geben.

  • Sie können Krankengeld auch nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses beziehen. Allerdings kann die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses dazu führen, dass der Anspruch auf Arbeitslosengeld für einen Zeitraum gesperrt wird und der Anspruch auf Krankengeld ausgesetzt wird.
  • Arbeitslose können zwar Krankengeld beziehen, ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht jedoch während dieser Zeit.

    Wer nach der Genesung wieder Arbeitslosengeld beziehen möchte, muss einen erneuten Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen.

  • Eine echte Abfindung hat keinen Einfluss auf das Krankengeld.

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Christina Gehrig ist als Rechtsanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Hasselbach mit Standorten in Köln, Bonn und Frankfurt am Main tätig.

Er berät Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Führungskräfte und Betriebsräte insbesondere im Kündigungsschutzverfahren sowie in Fragen rund um Abfindungen und Aufhebungsverträge.

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