Heim / Wohnen & Haushalt / Alternative heizung mehrfamilienhaus
Immobilie ist nicht gleich Immobilie. Der Unterschied zwischen einem Einfamilienhaus und einem Mehrfamilienhaus liegt auf der Hand: die Größe. Dazu gehört die optimale Dimensionierung der passenden Heizungsanlage. Nicht nur, dass die Heizungsanlage in einem Mehrfamilienhaus Wärme von mehreren Seiten liefern muss, auch die Warmwasser-Verteilungswege im Haus sind teilweise deutlich breiter als in einem Ein- oder Zweifamilienhaus.
Darüber hinaus muss der Heizkessel auch in einem Wohngebäude mehr Leistung erbringen.
Hier gibt es zwei Systeme: Zentralheizung und Gasheizung. Letzteres funktioniert effizienter, da keine langen Vertriebswege erforderlich sind. Es versorgt jede Etage im Haus individuell. Die Zentralheizung befindet sich meist im Keller des Hauses.
Von dort aus versorgt es alle Seiten mit Wärme bis ins oberste Stockwerk.
Aber welches Heizsystem eignet sich am besten für ein Wohngebäude? Ob Gasheizung, Fernwärme, solarbetriebene Wärmepumpe, Pelletheizung oder Brennstoffzelle, jedes System hat spezifische Vor- und Nachteile. Abhängig von der Beschaffenheit Ihrer Immobilie funktionieren einige Heizsysteme besser als andere.
Dadurch erhält jeder Heizkörper die Wärmemenge, die er benötigt - kein Heizkörper wird zu heiß oder bleibt kalt.
Auch in der Infrastruktur gibt es Unterschiede: In Mehrfamilienhäusern kommen häufig dezentrale Warmwasserlösungen zum Einsatz, beispielsweise Durchlauferhitzer oder Gasheizungen. Sie sorgen dezentral für Wärme im Raum.
Heizkosten variieren je nach gewähltem Heizsystem und der Größe des Gebäudes.
Gerade bei Mehrfamilienhäusern hängen die konkreten Heizungsersatzkosten von der Seitenanzahl ab. Daher sollten Sie immer individuelle Angebote von Fachfirmen einholen. Tipp: Vergleichen Sie mehrere Angebote und planen Sie, das bestmögliche zu finden.
Allerdings gelten sowohl für Einfamilienhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser folgende Regeln: Die Vorteile von Gas-, Öl- und Nachtspeicherheizungen liegen häufig in den geringeren Anschaffungskosten.
Allerdings führen die Heizkosten dieser Anlagen auf Dauer zu hohen Kosten. Dies ist weder für Mieter attraktiv noch aus Sicht der Klimaschutzziele vorteilhaft.
Regenerative Heizsysteme, wie Wärmepumpen und Pelletheizungen, sind in der Anschaffung deutlich teurer. Aber sie arbeiten mittel- und langfristig wirtschaftlich, sparen Geld und tun oft auch etwas Gutes für die Umwelt.
Ab Januar 2024 muss jede neu installierte Heizungsanlage zu mindestens 65 % mit Strom versorgt werden. erneuerbare Energie. Der Einbau eines Reingaskessels ist dann nicht mehr möglich.
Die folgende Tabelle zeigt eine mögliche Aufteilung der Kosten einzelner Heizsysteme:
| Gas-Brennwertkessel mit Solarenergie | 65.000 Euro |
| Pelletheizung | 40.000 Euro |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 33.000 Euro |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | 50.000 Euro |
| BHKW | 40.000 Euro |
Die Preise beziehen sich auf die Möglichkeiten der Installationskosten Heizung in einem Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen.
Die konkreten Kosten variieren und hängen beispielsweise von der Dimensionierung der Anlage, den baulichen Anforderungen und dem gewählten Fachbetrieb ab.
Denken Sie daran: Hohe Anschaffungskosten - je nach gewähltem Heizsystem - können durch staatliche Zuschüsse gesenkt werden.
Wichtig: Der Einbau einer neuen Ölheizung ist nur bis Ende 2025 möglich.
Das Ölheizungsverbot tritt ab 2026 in Kraft. Bestehende Anlagen können unter bestimmten Voraussetzungen weiter betrieben werden, Neuinstallationen sind jedoch nicht mehr zulässig.
Zusätzliche Kosten entstehen zum Beispiel:
Wichtig ist der Ausgleich, bei dem die Wärmeverteilung auf die einzelnen Heizkörper im Haus optimiert wird.
Denken Sie außerdem daran, dass die Kosten fürWartung,Brennstoff und ggf.Reparatur je nach Heizungssystem variieren.
Konsultieren Sie in jedem Fall einen Heizungsfachmann.
Ihre Region. Er prüft Ihre individuelle Situation vor Ort. Die Experten informieren Sie fachmännisch über die Anforderungen der einzelnen, für Ihren Fall passenden Heizsysteme.
Sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten Zuschüsse für neue Heizsysteme an.
Im Rahmen der Bundesstiftung Effiziente Gebäude (BEG) haben Sie die Möglichkeit, attraktive Förderbeträge zu erhalten und Ihre Anschaffungskosten deutlich zu senken - je nachdem, für welches Heizsystem Sie sich entscheiden.
Gasheizungen galten lange Zeit als sehr günstige Heizmöglichkeit. Spätestens seit Juli 2022 ist damit jedoch Schluss: Alle BEG-Förderungen für Gas- und Gas-Hybridheizungen wurden gestrichen.
Damit trägt die Bundesregierung der Klimakrise einerseits und den außenpolitischen Spannungen und der damit verbundenen Gasknappheit andererseits Rechnung. Zudem ist Gasheizung nicht mehr günstig: Stand August 2022 kostet eine Kilowattstunde Erdgas 17,84 Cent. Ein Jahr zuvor waren es 6,29 Cent.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die aktuellen BEG-Fördersätze beim Kauf einer neuen Heizung:
| Heizungsanlage | Hinweis | Fördersatz |
| Solarkollektoren Energie | 25 Prozent | |
| Biomasseheizung (z.
B. Pelletheizung) | 10 Prozent | |
| Hybridheizung mit erneuerbaren Energien (EE-Hybrid) | ohne Integration von Biomasseheizung System | 25 Prozent |
| Hybride erneuerbare Energieheizung (EE-Hybrid) | mit Integration von Biomasseheizung | 20 Prozent |
| Wärmepumpe | 25 Prozent | |
| Effiziente Wärme Pumpe | Wärmequelle: Wasser, Erdreich oder Abwasser | 30 Prozent |
| Innovative Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energiequellen | 25 Prozent |
Zusätzlich erhalten Sie beim Austausch einer alten Heizöl-, Gas- oder Nachtheizung einen Wärmeübertragungsbonus von 10 Prozent.
Eine Finanzierung einer Brennstoffzelle durch BEG ist nicht möglich.
Für diesen Fall bietet die KfW die Möglichkeit, dieses System im Rahmen des KfW-433-Programms zu finanzieren. Der konkrete Finanzierungsbetrag setzt sich aus einem Festbetrag von 6.800 Euro und einem variablen Betrag zusammen. Sie ist leistungsabhängig und beträgt 550 Euro pro 100 Watt Strom. Das Programm ermöglicht eine Förderung von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten.
Wichtig: Für die Beantragung von Fördermitteln benötigen Sie auf jeden Fall einen Energieeffizienz-Fachmann.
Während Ölheizungen in Mehrfamilienhäusern eher unüblich sind, ist vor allem die Gasheizung ein weit verbreitetes Heizsystem in Mehrfamilienhäusern.
Angesichts der außenpolitischen Lage, Versorgungsengpässe und Klimaschutzziele lohnt es sich jedoch auch, sich über Alternativen zur Gasheizung zu informieren.
(Gas-)Brennwertkessel werden häufig zum Heizen in Alt- und Neubauten eingesetzt. Werden zur Beheizung eines Wohngebäudes alte Standard- oder Niedertemperaturkessel eingesetzt, führt die Umstellung auf Brennwerttechnik zu erheblichen Einsparungen.
Brennwertkessel nutzen die Wärme der Abgase und gewinnen so mehr Energie aus der gleichen Menge Brennstoff.
Gas-Brennwertkessel eignen sich für alle Einsatzbereiche: von der Zentralheizung bis zur Raumheizung, einzelnen Gasheizungen für einzelne Wohnungen oder alsHeizzentrale für mehrere Gebäude.
Bitte beachten Sie jedoch, dass ein für Kondensationszwecke geeigneter Schornstein vorhanden ist. Wenn die Kesselleistung 200 Kilowatt übersteigt, muss gleichzeitig eine spezielle Vorrichtung zur Neutralisierung des Kondensats angebracht werden. Ihr örtlicher Fachbetrieb berät Sie gerne.
Wenn Sie über einen vorhandenen oder leicht zugänglichen Gasanschluss verfügen, ist die Anschaffung eines Gas-Brennwertkessels im Vergleich zu anderen Systemen günstig - auch ohne staatliche Förderung.
Allerdings müssen Betriebskosten und eine nicht garantierte Treibstoffverfügbarkeit aufgrund außenpolitischer Konflikte berücksichtigt werden. Steigende Gaspreise verringern die Attraktivität dieser Heizmethode deutlich. Darüber hinaus ist der alleinige Einbau einer Gasheizung ohne 65 % erneuerbare Energien ab 2024 per se nicht mehr möglich.
Während nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 immer noch von einem Verbot der Nachtspeicherheizung nach § 10a der Energieeinsparverordnung die Rede ist, existiert ein solches Verbot seitdem in der Verordnung (EnEV).
Im Jahr 2013 nicht mehr. Auch das seit 2020 geltende Bauenergiegesetz (GEG) erwähnt das Verbot des Einsatzes von Nachtspeicherheizungen in Mehrfamilienhäusern nicht. Dies kann sich jedoch mit der Novellierung des GEG im Jahr 2023 im Hinblick auf die aktuellen Klimaschutzziele ändern.
Wenn Sie in einem Wohnhaus eine Elektroheizung betreiben und diese ausgetauscht werden muss, sollten Sie bedenken, dass eineneue Elektroheizung nicht die effizienteste Wahl ist.
Bei ständig steigenden Stromkosten ist der Einsatz eines Elektroheizkörpers als Heizsystem in einem Mehrfamilienhaus weder wirtschaftlich noch für Mieter attraktiv. Zu den nachhaltigeren Alternativen gehören Pelletheizung, Wärmepumpe oder KWK als Heizung für ein Wohngebäude.
Sie können eine Wärmepumpe auch als Heizsystem für ein Wohngebäude in Betracht ziehen.
Es erzeugt Wärme aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich - und zwar mit einer bestimmten Strommenge. Im Falle einer monovalenten Wärmepumpe (die Wärmepumpe übernimmt die gesamte Wärmeversorgung) wäre eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung eine interessante Option.
Eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus ist in der Anschaffung teurer als ein Gas-Brennwertkessel, allerdings sind die Heizkosten im optimalen Zustand gering und amortisieren sich über die gesamte Nutzungsdauer.
Für die Beheizung von Wohngebäuden - insbesondere im Neubau - ist eine Wärmepumpe eine attraktive Wahl. Sie können es auch bis zu 40 % erhalten. Zuschüsse.
Wichtig bei Wärmepumpen: Die Fußbodenheizung ist der perfekte Heizkörper - hier arbeitet das System am effektivsten. Alternativ können große Niedertemperaturheizkörper die Aufgabe übernehmen.
Alte Heizkörper sind für den Einsatz mit einer Wärmepumpe nur bedingt geeignet. Eine Nutzung ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Ebenso sollte Ihr Gebäude über einegute Wärmedämmung verfügen, um Energieverluste zu reduzieren. Andernfalls würde die Wärmepumpe weniger rentabel.
Die Wärmepumpe kann auch bivalent betrieben werden - das heißt, das Gerät unterstützt das bestehende Heizsystem.
Beispielsweise speisen alle Hersteller einen gemeinsamen Pufferspeicher oder übernehmen die komplette Warmwasseraufbereitung in einem Mehrfamilienhaus. Dies ist jedoch für eine dezentrale Warmwasserbereitung nicht praktikabel und nur für eine zentrale Warmwasserbereitung geeignet.
Eine weitere regenerative Heiztechnik ist die Pelletheizung.
Es verbrennt Holzpellets und ist somit eine Heizung mit sehr geringem CO₂-Ausstoß. Darüber hinaus gehören Pellets seit langem zu den günstigsten Brennstoffen auf dem Markt. Wichtig: Auch die Pelletpreise steigen ab 2022 kontinuierlich. Während die Preise im Januar 2022 durchschnittlich bei etwa 7 Cent pro Kilowattstunde lagen, werden sie im August 2022 auf etwa 13 Cent pro Kilowattstunde steigen.Damit sind sie immer noch günstiger als beispielsweise Gas.
Eine Pelletheizung ist jedoch weniger auf niedrigere Systemtemperaturen angewiesen als ältere Wärmepumpenmodelle - sie liefert hohe Temperaturen ohne nennenswerte Verluste.
Daher eignet sich dieses System besonders für Anwendungen mit hohem Energieverbrauch in unsanierten Altbauten und Mehrfamilienhäusern. Aber: Eine Pelletheizung gehört ebenso wie eine Wärmepumpe zu den Systemen, die in der Anschaffung relativ teuer sind. Darüber hinaus müssen Sie über ein Pelletlager zur Lagerung des Brennstoffs verfügen.
Bereite Wärme
Im Einfamilienhaus für lange Zeit zu stark, aber als Heizkörper im Mehrfamilienhaus sehr nützlich: Kraftwerk. Ein solches „KWK“ stellt das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dar. Strom und Wärme gleichzeitig verfügbar. Sie verbrauchen den Strom selbst oder speisen ihn gegen eine Einspeisevergütung für die Kraft-Wärme-Kopplung in das allgemeine Netz ein.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zur Kraft-Wärme-Kopplung in Mehrfamilienhäusern.
Wärmekraftwerke können mit Gas, Öl oder Pellets und anderen Brennstoffen betrieben werden.
Die Brennstoffzellenheizung basiert auf einem ähnlichen Prinzip: Dieses System erzeugt in einem elektrochemischen Prozess gleichzeitig Wärme und Strom. Im Gegensatz zu herkömmlicher Kraft-Wärme-Kopplung benötigt eine Brennstoffzelle keinen zusätzlichen Generator.
Dieses System eignet sich besonders fürlange Betriebszeiten und hohen Verbrauch.
Als Brennstoff benötigen Sie Wasserstoff, der bei der „kalten Verbrennung“ in Wärme und Strom umgewandelt wird. Bei diesem Verfahren entstehen keine schädlichen Abgase. Bitte bedenken Sie jedoch: Die Wasserstoffinfrastruktur ist in Deutschland nicht ausgebaut.
Brennstoffzellenheizungen werden hauptsächlich mit Erdgas betrieben. Daher sollten Betriebskosten, Verfügbarkeit und umweltfreundliche Aspekte im Vorfeld sorgfältig analysiert werden.
Grundsätzlich kann eine Solaranlage in jede bestehende Zentralanlage integriert werden (egal ob zur Heizung oder Warmwasserbereitung).
Ausreichender Stauraum und ein geeignetes Dach sind Voraussetzung. Es gewinnt Wärme aus der Sonneneinstrahlung zurück und liefert sie an einen Pufferspeicher oder Zylinder, um Warmwasser aufzubereiten.
Wenn Sie ein Wohngebäude mit Solarenergie nachrüsten, müssen Sie außerdem mehrere Anforderungen berücksichtigen: Wie eben ist das Dach?
Gibt es Bedingungen, die die Wirtschaftlichkeit des Systems einschränken? Wie groß ist die benötigte Dachfläche? Bei optimalen Bedingungen kann durch solare Unterstützung die Warmwasserbelastung der bestehenden Zentralanlage um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Solarenergieunterstützt die Heizungganzjährigbis zu 30 Prozent.
Bevor Sie eine neue Heizungsanlage installieren, stellen Sie sich folgende Fragen:
Bedenken Sie: je nach System Kosten beim Kauf sparen. Öl- und Gasheizungen locken mit relativ günstigen Preisen. Diesen stehen jedoch erhöhte Betriebskosten gegenüber, die von den Mietern getragen werden müssen. Dies kann Auswirkungen auf potenzielle Mieter Ihrer Immobilie haben, insbesondere im Hinblick auf Klimapolitik, Rohstoffknappheit und ein Umdenken in der Bevölkerung.
Darüber hinaus mindert die CO2-Steuer auch die Attraktivität dieser Heizsysteme erheblich.
Auch erneuerbare Energien sind staatlich förderfähig, so dass Sie oft einen erheblichen Betrag bei den Anschaffungskosten einsparen. Sie sollten die Übertragbarkeit Ihrer Anlage vorab prüfen. Fest steht: Mit dem Ölheizungsverbot ab 2026 und der GEG-Garantie, ab 2024 mindestens 65 % erneuerbare Energien in neue Heizsysteme zu integrieren, gibt die Politik bereits den Weg vor.
In jedem Fall sollte ein Heiztechnik-Fachbetrieb konsultiert werden.
Sie beraten Sie fachmännisch und fachkundig zu allen Heizsystemen, die für Ihren Fall in Frage kommen. Bietet angemessene Informationen zu Kosten und relevanten Vor- und Nachteilen. So finden Sie die bestmögliche Lösung für Ihr Mehrfamilienhaus.