ALBERT EINSTEIN IN BERLIN, 1930
Wunder der Wissenschaft
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Das Folgende ist eine englische Übersetzung des vollständigen Textes von Albert Einsteins Rede über die Wunder der Wissenschaft, gehalten in Berlin, Deutschland, am 22.
August 1930.
Scrollen Sie nach unten, um die deutsche Originalversion von Einsteins Rede und einen Audioauszug anzusehen.
| Anwesende und abwesende Damen und Herren! |
Wenn Sie Radio hören, denken Sie auch darüber nach, wie die Menschen zu solch einem wunderbaren Kommunikationsmittel gekommen sind.
Die Quelle aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des arbeitenden und denkenden Forschers sowie die konstruktive Vorstellungskraft des technischen Erfinders. Denken wir an Oersted, der als erster die magnetische Wirkung elektrischer Ströme bemerkte, an Reis, der diesen Effekt als erster nutzte, um mittels Elektromagnetismus Schall zu erzeugen, an Bell, der als erster Schallwellen mit seinem Mikrofon durch empfindliche Kontakte in elektrischen Wechselstrom umwandelte.
Denken wir auch an Maxwell, der uns die Existenz elektrischer Wellen mathematisch zeigte, und an Hertz, der sie als erster mit einem Funken erzeugte und damit bewies. Denken Sie insbesondere an Liebens, der ein beispielloses Instrument zur Messung elektrischer Impulse erfand, das elektrische Ventilrohr. Es war auch ein ideales und einfaches Gerät zur Erzeugung elektrischer Wellen.
Denken Sie mit Dankbarkeit an die große Zahl unbekannter Ingenieure, die die Instrumente der Funkkommunikation vereinfacht und für die Massenproduktion angepasst haben, sodass sie jetzt für jedermann einsatzbereit sind.
Und jeder, der gedankenlos und gedanklich die Wunder der Wissenschaft und Technik nutzt, sollte sich schämen, genauso wenig wie eine Kuh sich der Botanik der Pflanzen bewusst ist, die sie gerne frisst.
Bedenken Sie auch, dass es Ingenieure sind, die echte Demokratie ermöglichen. Sie erleichtern nicht nur den Arbeitsalltag der Menschen, sondern machen auch die Werke der herausragendsten Denker und Künstler der Gesellschaft zugänglich. Das Vergnügen, diese Berufe auszuüben, war bis vor Kurzem das Privileg der privilegierten Schichten.
Auf diese Weise wecken Ingenieure Nationen aus ihrer schläfrigen Stumpfheit.
Das Radio muss eine besondere und einzigartige Funktion für die internationale Versöhnung erfüllen. Bisher lernte man sich fast ausschließlich über den Zerrspiegel der eigenen Tagespresse kennen. Das Radio zeigt sie in der ausdrucksstärksten Form und überwiegend aus einer freundlichen Perspektive.
Auf diese Weise wird es dazu beitragen, dem Gefühl der bilateralen Entfremdung ein Ende zu setzen, das so leicht in Misstrauen und Feindseligkeit umschlägt.
Betrachten Sie mit dieser Haltung die Ergebnisse der Arbeit, die diese Ausstellung bietet, die staunenden Sinne der Besucher.
Audio - Hören Sie sich einen Ausschnitt der Rede über die Wunder der Wissenschaft an.
(Deutsch)
Nachfolgend finden Sie den Originaltext auf Deutsch.
Liebe Anwesende und Abwesende!
Wenn Sie Radio hören, denken Sie darüber nach, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Kommunikationsmittels kamen. Die Quelle aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und Verspieltheit des bastelnden und wundernden Forschers sowie die konstruktive Vorstellungskraft des technischen Erfinders.
Denken Sie an Oersted, der als erster die magnetische Wirkung elektrischer Ströme bemerkte, an Reis, der diesen Effekt als erster zur elektromagnetischen Erzeugung von Schall nutzte, an Bell, der als erster Schallschwingungen mithilfe der empfindlichen Kontakte seines Mikrofons in elektrische Wechselströme umwandelte.
Denken Sie auch an Maxwell, der die Existenz elektrischer Wellen mathematisch bewies, und an Hertz, der sie als erster mithilfe eines Funkens erzeugte und demonstrierte. Wir erinnern uns auch besonders an Liebens, der einen unvergleichlichen Sensor für elektrische Schwingungen im Rohr eines elektrischen Ventils erfand, der sich gleichzeitig als völlig einfaches Gerät zur Erzeugung elektrischer Schwingungen herausstellte.
Erinnern Sie sich mit Dankbarkeit an die Armee namenloser Techniker, die die Instrumente der Funkkommunikation so vereinfacht und an die Massenproduktion angepasst haben, dass sie für jedermann zugänglich wurden.
Schande auch über jeden, der gedankenlos die Wunder der Wissenschaft und Technologie nutzt und nicht mehr intellektuelles Verständnis davon hat als eine Kuh der Pflanzenbotanik, die er mit Vergnügen isst.
Denken Sie auch daran, dass es Techniker sind, die wahre Demokratie ermöglichen.Denn sie erleichtern nicht nur die tägliche Arbeit der Menschen, sondern machen auch die Werke der größten Denker und Künstler, deren Nutzung bis vor Kurzem das Privileg privilegierter Klassen war, der ganzen Welt zugänglich und wecken so Nationen aus ihrer verschlafenen Langeweile.
Gerade dem Radio kommt im Sinne der internationalen Versöhnung eine einzigartige Funktion zu.
Bis heute kannten sich Nationen fast ausschließlich durch den Zerrspiegel ihrer eigenen Tagespresse. Das Radio zeigt sie einander in möglichst lebendiger Form und vor allem von einer schönen Seite. Dies wird dazu beitragen, das Gefühl der gegenseitigen Entfremdung zu beseitigen, das so leicht in Misstrauen und Feindseligkeit umschlägt.
Mit dieser Einstellung sollte man die Ergebnisse der Arbeit betrachten, die diese Ausstellung den staunenden Sinnen des Besuchers präsentiert.
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