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Aneurysma kopf untersuchung

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Hirnarterien-Aneurysma

Andreas Raabe, David Bervini, Johannes Goldberg, Jan Gralla

Etwa 2 % aller Menschen haben eine ballonartige Erweiterung einer Hirnarterie - ein sogenanntes Aneurysma. Es verursacht in der Regel keine Symptome und wird zufällig entdeckt. Allerdings kann jedes Aneurysma reißen und schwere Hirnblutungen verursachen.

Daher sollten Sie regelmäßig nach intakten Aneurysmen suchen. Bleiben sie klein und stabil, ist keine Behandlung notwendig. Wenn sie wachsen oder Risikomerkmale aufweisen, werden sie mikrochirurgisch oder über einen Gefäßkatheter verschlossen. Im Inselspital bieten wir das gesamte Spektrum an Therapien durch ausgewiesene Spezialisten an.

Was ist ein Aneurysma und wie entsteht es?

Ein Aneurysma ist eine ballonartige Erweiterung einer Arterie im Gehirn. Sie entsteht, wenn die Gefäßwand an einer Stelle schwächer wird und sich nach außen wölbt.

Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein:

  • Angeborene Schwachstellen in der Gefäßwand
  • Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder familiäre Vorgeschichte
  • Veränderungen der Gefäße im Laufe des Lebens, zum Beispiel durch Abnutzung

Die meisten Aneurysmen verursachen keine Aneurysma-Beschwerden bleiben daher unbemerkt.

Sie werden oft zufällig bei einer Untersuchung entdeckt.

Gefährlich wird ein Aneurysma, wenn esreißt (platzt). Dann kann es zu plötzlichen und starken Blutungen im Gehirn kommen - ein lebensbedrohlicher Zustand.

Ruptur eines Aneurysmas und Subarachnoidalblutung

Wie häufig sind Aneurysmen?

Etwa 2% der Bevölkerung haben ein Gehirnaneurysma, das oft zufällig entdeckt wird. Diese Zahl wurde in mehreren großen Angiographieanalysen bestätigt - zum Beispiel in einer Studie, in der MRT-Bilder des Gehirns gesunder Erwachsener ausgewertet wurden*.

Höhere Häufigkeiten von bis zu 6 % werden teilweise berichtet.

Am häufigsten basieren sie jedoch auf Obduktionen, bei denen das fortgeschrittene Alter der untersuchten Personen und die Registrierung kleinster Gefäßanomalien die Zahlen nach oben verzerren. In der Allgemeinbevölkerung gilt: Etwa zwei von hundert Menschen haben ein Aneurysma, meist ohne es zu wissen.

Zufällige Entdeckung eines Aneurysmas - wie geht es weiter?

Wenn ein Aneurysma versehentlich entdeckt wird, empfehlen wir Ihnen in den meisten Fällen, einen unserer Spezialisten für Neurochirurgie oder Neuroradiologie aufzusuchen. In der Klinik für Neurochirurgie des Inselspitals bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich in der Aneurysma-Sprechstunde unter der Leitung von Prof. Dr. med. ausführlich beraten zu lassen.

Andreas Raabe oder Prof. Dr. David Bervini, MD.

Interdisziplinäre Bewertung:Die Ergebnisse und die Krankengeschichte werden dann in der Regel gemeinsam in der wöchentlichen Sitzung des Aneurysma-Ausschusses besprochen.

Nachbeobachtung: In den meisten Fällen empfiehlt der Ausschuss zunächst eine regelmäßige Überwachung.

Behandlung bei Risiko: Wenn klare Risikofaktoren für eine Aneurysma-Ruptur vorliegen, empfehlen wir diese Behandlung.

Die Entscheidung wird immer individuell getroffen.

Nachkontrollen und mögliche Behandlungen werden ausführlich mit dem Patienten besprochen. Auch die persönliche Einstellung spielt eine wichtige Rolle: Manche Menschen leben lieber mit einem geringen Rupturrisiko, andere bevorzugen ein einmaliges Behandlungsrisiko.

> 800 Fälle

in der Aneurysma-Kommission pro Jahr

Erfahrung

International renommierte Behandlungsteams

ca.

50

Clip-Operationen pro Jahr

Nachkontrollen

In den meisten Fällen empfehlen wir eine jährliche Kontrolle mittels MRT ohne Kontrastmittel. Auch wenn ein Aneurysma jahrelang stabil bleibt, besteht immer die Gefahr, dass es wächst.

Die Häufigkeit der Untersuchungen wird jedoch individuell festgelegt - abhängig vom Alter des Patienten sowie der Größe und Form des Aneurysmas.

Die optimale Berechnung von Kontrollintervallen ist ein aktuelles Forschungsthema in der Neurochirurgie und Neuroradiologie am Inselspital.

Bei 2-5% der Patienten wächst das Aneurysma mit der Zeit oder bildet eine zusätzliche Ausbuchtung („Tochterblase“).

aneurysma kopf untersuchung

Beide Veränderungen erhöhen das Blutungsrisiko um etwa das Zehnfache und sind in den meisten Fällen der Grund für eine Behandlung.

Eine weitere Nachsorge trotz Wachstum wird selten empfohlen und hängt vom individuellen Behandlungsrisiko ab.

Da Aneurysmen keinem einheitlichen Wachstumsmuster folgen, ist es auch nach Jahren der Stabilität nicht möglich, das zukünftige Risiko zuverlässig vorherzusagen.

Rupturgefahr

Rupft ein Aneurysma im Kopf, ist es dann lebensbedrohlich:

  • Etwa 30 % der Betroffenen sterben an der Blutung oder ihren Folgen.

  • Weniger als 20 % überleben ohne bleibende Schäden.

Es stellt sich eine wichtige Frage: Sollte ein Aneurysma präventiv behandelt werden, bevor es reißt? Die Antwort hängt davon ab, ob das Rupturrisiko höher ist als das Behandlungsrisiko.

Studien zeigen:

  • Kleine (<7 mm) Aneurysmen, die zufällig im vorderen Kreislauf entdeckt werden, haben ein sehr geringes Blutungsrisiko von etwa 0,2 % pro Jahr.
  • Bei anderen Aneurysmen kann das Blutungsrisiko jedoch 10 % pro Jahr überschreiten.

Also sei vorsichtig. Sie sollten darüber nachdenken, ob regelmäßige Überwachung oder Behandlung vorteilhafter ist.

Weitere Informationen zu rupturierten Aneurysmen und Hirnblutungen finden Sie auf der Seite „Rupturiertes Aneurysma und Subarachnoidalblutung“.

Risikofaktoren

Die folgenden Faktoren können einzeln oder in Kombination auftreten: erhöhen das Blutungsrisiko und beeinflussen somit die Behandlungsentscheidung.

Wenn kein Risikofaktor vorliegt, beträgt das Blutungsrisiko weniger als 0,2% pro Jahr.

Deutlich erhöhtes Risiko

  • Aneurysma größer als 10 mm
  • Wachstum im Laufe der Zeit (durch MRT erkannt)
  • Familiencluster: mindestens 2 betroffene Verwandte ersten Grades

Erhöhtes Risiko

  • Aneurysma größer als 7 mm
  • Stärkung der Aneurysmawand mit einem Kontrastmittel während der Untersuchung
  • Familiencluster: mindestens 2 betroffene Verwandte zweiten Grades
  • Einige genetische Erkrankungen (z.

    B. polyzystische Nierenerkrankung)

  • Andere genetische Risikofaktoren
  • Frühere Blutung aus einem anderen Aneurysma
  • Abnormale Bildbefunde (z. B. unregelmäßige Form, Tochterblase, Größenverhältnis > 1)
  • Lage im hinteren Kreislauf
  • Mehrere Aneurysmen
  • Rauchen
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Bluthochdruck

Wie ist ein Aneurysma behandelt?

Ziel der Behandlung eines Hirnaneurysmas ist es, das Aneurysma vollständig und dauerhaft vom Blutkreislauf zu trennen, um eine Ruptur und Hirnblutung zu verhindern.

Hierfür stehen zwei verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung:

Trimping (mikrochirurgischer Eingriff)

  • Das Aneurysma wird mit einem entfernt kleiner geschlossener chirurgischer Eingriff.
  • Dieser Eingriff wird in der Neurochirurgie durchgeführt.

Coiling (endovaskulärer Eingriff)

  • Das Aneurysma wird mit einem Katheter durch die Blutgefäße verschlossen.
  • Dieser Eingriff wird in der interventionellen Neuroradiologie durchgeführt.

Mikrochirurgischer Haarschnitt

Bei der Entfernung wird das Aneurysma unter dem Operationsmikroskop verschlossen. Ein kleiner Clip aus Titan oder einer speziellen Metalllegierung wird um den Hals oder an der Basis des Aneurysmas angebracht und verschließt den Aneurysmasack. Es fungiert als Klammer, die das Aneurysma vom gesunden Blutgefäß trennt.

Der Federmechanismus sorgt dafür, dass das Aneurysma dauerhaft vom Blutfluss ausgeschlossen ist und das Risiko einer Ruptur deutlich reduziert wird. Die Wahl des Clips hängt von der Größe, Form und Lage des Aneurysmas ab.

Diese Methode wurde erstmals 1937 von Walter Dandy in den USA angewendet. Seitdem wurden viele Clips in verschiedenen Formen und Größen entwickelt, um den Eingriff so sicher und effektiv wie möglich zu gestalten.

Verfahren

Beim Clipping wird durch einen kleinen Schnitt in der Haut und eine gezielte Öffnung im Schädel Zugang zum Aneurysma geschaffen, um einoptimales kosmetisches Ergebnis zu erzielen.

Der Ansatz wird so gewählt, dass das Gehirn möglichst wenig belastet wird.

  • Das Operationsmikroskop bietet eine hohe Vergrößerung und eine hervorragende Ausleuchtung, sodass Sie Gefäße in der Nähe des Aneurysmas erkennen und schützen können.
  • Moderne Techniken wie die intraoperative Infrarotangiographie*, das elektrophysiologische Monitoring und die Gefäßnavigation erhöhen die Sicherheit und reduzieren die Belastung des Patienten.
  • Bei großen und komplexen Bei Aneurysmen kommen manchmal zusätzliche Eingriffe zum Einsatz, z.B.

    Operation. B. Bypass (Ableitung von Blut), Einschluss (Ausschluss) oder Umhüllung (Neupositionierung).

Vorteile des Clippings

  • Hoher Grad des Aneurysmaverschlusses
  • Eine weitere Nachsorge ist in den meisten Fällen nicht notwendig

Risiko des Clippings

Die häufigsten schweren Komplikationen des Clippings sind:

  • schwere Nachblutungen
  • anhaltende Epilepsie
  • Verstopfungen von Gefäßen, die zu einem Schlaganfall führen

Das Gesamtrisiko liegt bei etwa 2 %.

Prognose nach Clipping

Etwa 97 % aller Aneurysmen, bei denen eine Operation sorgfältig geplant wurde, können beseitigt werden. 

In seltenen Fällen können unvorhersehbare Veränderungen wie kleine, wichtige Gefäße, Verkalkungen oder Wandverdickungen erfordern eine Operation zur endovaskulären Behandlung.

In unserem Zentrum gilt stets der Grundsatz: maximale Sicherheit bei minimalem Risiko.

Eine Kontrolle von Nachschneidevorgängen ist selten erforderlich. Nur etwa 5 % der Patienten bedürfen aufgrund kleiner Reste einer weiteren Nachsorge und nur 1 % einer weiteren Behandlung.

Endovaskuläres Coiling

Beim Coiling verschließt sich das Aneurysma von innen.

Mithilfe eines dünnen Katheters werden dünne Platinspiralen in das Aneurysma eingeführt. Diese Spulen füllen das Aneurysma, es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombose) und das Aneurysma wird dauerhaft vom Blutkreislauf getrennt.

Die minimalinvasive endovaskuläre Behandlung zerebraler Aneurysmen wurde 1991 von Guido Guglielmi und Kollegen mit der Einführung der ersten elektrolytisch getrennten Spulen entwickelt.

Zum ersten Mal bot ereine Alternative zur mikrochirurgischen Exzision* an. Seit den 1990er Jahren haben sich die Methoden rasant weiterentwickelt: vom Ballon- oder Stent-Coiling bis hin zu Flow-Diverter-Stents oder Flow-Divertern. Dank dieser Fortschritte können heute immer mehr Aneurysmen schonend und minimalinvasiv behandelt werden.

Eingriff

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Der Katheter wird üblicherweise durch die Leistenarterie (Oberschenkelarterie) in die Hirnarterien eingeführt.

  • Gefäße und Instrumente können mithilfe von Kontrastmittel und Röntgenstrahlen genau verfolgt werden.
  • Je nach Form und Größe des Aneurysmas können zusätzliche Hilfsmittel wie ein Ballon oder ein Stent erforderlich sein, um die Coils sicher zu platzieren.

Vorteile des Coilings

  • Minimalinvasiv: Es ist kein größerer Einschnitt in die Haut oder den Schädelknochen erforderlich, da der Zugang über ein Blutgefäß erfolgt.
  • Kurze Genesungszeit: Patienten können häufig schneller wieder Sport treiben als nach einer offenen Operation.

  • Breites Behandlungsspektrum: Mit modernen Techniken (z. B. Ballon- oder Stentunterstützung, Flow Diverter) können auch komplexere Aneurysmen behandelt werden.

Verstauchungsgefahr

Schwerwiegende Komplikationen sind selten. Im Allgemeinen treten sie bei etwa 2 % der Eingriffe auf.

Mögliche Risiken sind:

  • Spiral- oder Drahtschäden am Aneurysma mit nachfolgender Blutung
  • Gefäßverschluss, der zum Schlaganfall führen kann
  • Allergische Reaktion auf das verwendete Kontrastmittel

Erfolgsaussichten der Umhüllung

Nach endovaskulärer Behandlung Ungefähr 20 % der Aneurysmen zeigen im Laufe der Zeit einen geringen verbleibenden oder erneuten Blutfluss.

Wir empfehlen daher regelmäßige Nachuntersuchungen:

  • nach 6 Monaten
  • nach 24 Monaten
  • ggf. mit Magnetresonanztomographie oder Angiographie

Eine erneute Behandlung nach endovaskulärer Therapie ist bei ca. 10 % der Aneurysmen notwendig. Sollten während der Behandlung unerwartete Schwierigkeiten auftreten, kann eine Änderung der Behandlung erforderlich sein.

In unserem Zentrum gilt immer die Regel: Wir wählen die Therapie mit dem geringsten Risiko.

Was ist besser: Clipping oder Coiling?

Heute gibt es keine Konkurrenz mehr zwischen Operation (Clipping) und Katheterbehandlung (Coiling). Beide Verfahren haben ihre Stärken und kommen dort zum Einsatz, wo sie die besten Ergebnisse liefern.

  • Clipping ist technisch einfacher für viele nicht rupturierte (nicht rupturierte) Aneurysmen und stellt eine sehr dauerhafte Lösung dar.
  • Coilingy ist bei gleichem Schwierigkeitsgrad oftschonender, da der Zugang durch die Gefäße erfolgt und keine Operation am Kopf erfolgt notwendig.

Im Falle eines Aneurysmas sollten aneurysmaspezifische Faktoren und patientenspezifische Faktoren verglichen werden, um die optimale Behandlungsstrategie für einen einzelnen Patienten zu bestimmen.Seltene Sonderformen wie Riesenaneurysmen stellen ein deutlich höheres Risiko dar und erfordern besondere Vorsicht.

Die Entscheidung wird immer gemeinsam von einem interdisziplinären Team aus Neurochirurgen und Neuroradiologen getroffen.

In großen Spezialzentren wie dem Inselspital liegt das Risiko schwerwiegender Komplikationen für typische, nicht rupturierte Aneurysmen des vorderen Hirnkreislaufs mit einem Durchmesser von 10 mm oder weniger bei etwa 2 % - unabhängig davon, ob Clipping oder Coiling durchgeführt wird Wille*,*,*.

Welche Faktoren bestimmen die Wahl der Therapie?

Im Falle eines intrakraniellen Aneurysmas müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt und miteinander verglichen werden, um die optimale Behandlungsstrategie für einen bestimmten Patienten zu ermitteln.

Größe und Form des Aneurysmas

Das Risiko von Komplikationen hängt maßgeblich von derGröße des Aneurysmas ab Aneurysma.

  • Trim: Je größer das Aneurysma, desto größer das Risiko von Komplikationen.
  • Coiling: Bei sehr großen Aneurysmen ist die Erfolgs- und Verschlussrate geringer.
  • Sehr kleine Aneurysmen (<2mm): In diesem Fall ist das Coiling technisch schwierig, da die Der Aneurysmasack kann nicht zuverlässig mit Coils gefüllt werden.

    In solchen Fällen ist häufig der Einsatz zusätzlicher Hilfsmittel wie Stents oder Ballons notwendig.

  • Mittelgroße Aneurysmen: Viele davon können endovaskulär problemlos verschlossen werden.

Anatomische Lage des Aneurysmas

Die Lage des Aneurysmasim Gehirn spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl zwischen Clipping und Coiling.

Dies wirkt sich auf die Sicherheit und Erfolgsaussichten beider Eingriffe aus:

  • Hintere Hirngefäße(z. B. Basilararterie):
    • Hier ist die Operation technisch schwieriger und risikoreicher*,*
    • Die endovaskuläre Therapie ist in solchen Fällen meist schonender und sinnvoller.
  • Mittlere Hirnarterie(mittlere Hirnarterie) Arterie, eine Arterie, insbesondere an der Gabelung):
    • Diese Aneurysmen haben oft eine breite Basis und Gefäßabzweigungen direkt vom Hals des Aneurysmas.

      Daher werden sie häufiger beschnitten.

    • Eine endovaskuläre Behandlung ist möglich, erfordert jedoch häufig zusätzliche Geräte wie Stents oder Ballons - was das Risiko einer erneuten Öffnung (Rekanalisation) oder von Komplikationen erhöht.

Spezielle Aneurysmen

Die meisten Aneurysmen können sicher mit Clipping oder Coiling behandelt werden.

Allerdings gibt es seltene Sonderformen, die für beide Methoden eine Herausforderung darstellen: Riesenaneurysmen (> 2,5 cm) Teilweise verkalkte Aneurysmen Teilweise thrombosierte Aneurysmen (bereits teilweise durch gefüllte Blutgerinnsel bedingt)

Coiling: Ein vollständiger, stabiler Verschluss ist bei teilweise thrombotischen Aneurysmen oft nur schwer zu erreichen Aneurysmen.

Zuschneiden: Wenn das Halsaneurysma leicht zugänglich ist, kann ein Clip eine gute Lösung sein.

Allerdings können Verkalkungen im Halsbereich die Entfernung erschweren oder unmöglich machen.

Die sogenannten Flow Switches sind spezielle Stents, die in den letzten Jahren die Möglichkeiten der endovaskulären Behandlung erweitert haben. Sie werden vor allem in großen Gefäßen eingesetzt, die das Gehirn versorgen.

Dank der feinen Struktur der Netzwerke leiten sie den Blutfluss so um, dass sich das Aneurysma allmählich schließt. Damit können nun auch Aneurysmen behandelt werden, die bisher als schwierig oder gar nicht behandelbar galten.

Alter des Patienten

Mehrere Studien haben gezeigt, dass ältere Patienten eher von einer weniger invasiven endovaskulären Therapie profitieren, da diese körperlich schonender ist.* Die Subgruppenanalyse in der ISAT-Studie weist auf eine erhöhte Invaliditäts- oder Sterberate bei älteren Patienten mit rupturierten intrakraniellen Aneurysmen hin (43,9 % vs.

39,9 %), wenn die Mikrochirurgiegruppe direkt mit verglichen wird Die Gruppe wurde endovaskulär behandelt.

Bei jüngeren Patienten, insbesondere solchen mit zufällig diagnostizierten, nicht rupturierten Aneurysmen, kann eine Operation (Clipping) von Vorteil sein, da sie eine bessere Behandlung mit niedrigeren langfristigen Verschlussraten und Gesamtkomplikationen bietet.

Vorerkrankungen

Patienten mit schwerer Erkrankung werden normalerweise endovaskulär behandelt reduzieren das Operationsrisiko.

Neurologische Erkrankung

Nach schwerer Subarachnoidalblutung mitschlechtem klinisch-neurologischen Zustand oder Gefäßkrämpfen (Vasospasmus) ist oft auch eine endovaskuläre Therapie die bessere Wahl.

Notfall

Wenn eine Blutung aus dem Aneurysma zu einem größeren Bluterguss (Hämatom) führt, wird dieser als Notfall operativ entfernt.

Das Aneurysma kann direkt während der gleichen Operation abgeschnitten werden.

Medizinisches Wissen

Bei der Behandlung von Aneurysmen kommt es nicht nur auf die Wahl zwischen Operation (Klemmung) und Katheterbehandlung (Coiling) an, sondern auch auf die Erfahrung des Therapeutenteams.

Untersuchungen zeigen eindeutig:

  • Inhochspezialisierten Zentren mit einem großen Fallzahlen („High-Volume-Zentren“), Komplikationsraten deutlich geringer*
  • Erfahrene Neurochirurgen und interventionelle Neuroradiologen erzielen bessere Ergebnisse - sowohl bei rupturierten als auch bei nicht rupturierten Aneurysmen.

Es wird empfohlen, Aneurysmen nach Möglichkeit in einem nationalen neurovaskulären Zentrum zu behandeln, wo das nötige Wissen und die Erfahrung vorhanden sind.

Unser Aneurysmazentrum im Inselspital

  • Individuelle Beurteilung: Jeder Patient wird sorgfältig untersucht.

    Neurochirurgen und interventionelle Neuroradiologen entscheiden gemeinsam, welcher Eingriff die größten Erfolgsaussichten bei geringstem Risiko bietet.

  • Unsere Patienten stehen an erster Stelle: Optionen und Empfehlungen werden klar erklärt - wir entscheiden immer gemeinsam mit dem Patienten über den Eingriff.
  • Moderne internationale Medizin: Das Aneurysma-Zentrum im Inselspital bietet das gesamte Spektrum der Aneurysma-Therapie, modernste Technologien und die nötige Erfahrung.

    Mit über 1.200 Behandlungsentscheidungen pro Jahr ist das Inselspital eines der führenden Zentren weltweit. Unsere Experten sind regelmäßig auf internationalen Konferenzen vertreten und gestalten Empfehlungen für ganz Europa mit.

  • Forschung & Innovation: Eines der Ziele unserer Klinik ist die Weiterentwicklung der Aneurysma-Chirurgie. Wir nutzen moderne Sicherheitsstrategien wie

Wir bieten Aneurysma-Therapie auf höchstem Niveau - individuell, sicher und basierend auf wissenschaftlichen Prinzipien.

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