Ärzte denken immer über eine Anti-D-Prophylaxe nach, wenn Sie an einer Rhesus-Intoleranz leiden oder die Möglichkeit besteht, dass Sie aufgrund einer früheren Schwangerschaft bereits eine Rhesus-Allergie entwickelt haben. Die Anti-D-Prophylaxe ist eine Behandlungsmethode und wird empfohlen, wenn beim Antikörpertest eine Unverträglichkeit/Allergie festgestellt wird.
Wenn Sie Rh-positiv sind, sprechen Ärzte von einer Rh-Intoleranz. Wenn dies geschieht und auch Blutzellen des Babys in den Blutkreislauf der Mutter gelangen, kann es passieren, dass die Mutter Antikörper gegen die Rh-positiven Blutzellen des Babys entwickelt (Rh-Allergie).
In fast allen Fällen tritt eine Rh-Allergie erst bei der Geburt auf.
Es besteht kein Risiko für das Baby, allerdings kann es bei der nächsten Schwangerschaft zu Problemen kommen. Tritt in einer Folgeschwangerschaft eine Rhesusallergie auf, führen die in der Vorschwangerschaft gebildeten Antikörper beim nächsten Kind zum Abbau der roten Blutkörperchen. Die Folgen sind schwerwiegend und können einfache Blutarmut, Krämpfe und sogar Deformationen umfassen.
Aus diesem Grund wird eine präventive Anti-D-Prophylaxe empfohlen.
Ablauf der Anti-D-Prophylaxe
Bei einem der ersten Arztbesuche erfolgt eine Blutabnahme und der sogenannte Antikörpertest (weitere Informationen zum Antikörpertest finden Sie hier). Wenn Ihr Arzt bestätigt, dass Sie eine Rh-Intoleranz (Rh-negativ) haben und Ihr Kind Rh-positiv ist, wird Ihnen eine Anti-D-Prophylaxe verordnet - statistisch gesehen geschieht dies bei etwa jeder zehnten Schwangerschaft.
Im Rahmen der Anti-D-Prophylaxe wird Ihnen Anti-D-Immunglobulin injiziert - ein Arzneimittel, das die roten Blutkörperchen des Kindes mit dem D-Merkmal enthält, die in den Körper der Mutter gelangen (bevor sie das Immunsystem aktivieren können).
Dadurch wird eine Rhesus-Allergie (Antikörperentwicklung) verhindert.
Die Rhesus-Vorbeugung erfolgt in zwei Stufen. Sie erhalten die erste vorbeugende Behandlung in Woche 28 – In der 30. Schwangerschaftswoche wurde eine Dosis Anti-D-Immunglobulin injiziert, das eine Sensibilisierung während der Schwangerschaft verhindert.
Wenn Ihr Baby bei der Geburt Rh-positiv ist, erhalten Sie eine weitere Dosis Anti-D-Immunglobulin. Dies verhindert eine Allergie gegen D-positives Blut, das während der Geburt in den Körper gelangen kann. Anti-D-Immunglobulin sollte zwischen 2 und 72 Stunden nach der Geburt gespritzt werden.
Wer trägt die Kosten der Prophylaxe?
Bei der Anti-D-Prophylaxe handelt es sich um eine Untersuchung/Behandlung, die zu 100 % von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Wenn Sie in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, empfehlen wir Ihnen, sich an den zuständigen Ansprechpartner zu wenden, da dieser Ihnen sagen kann, ob die Untersuchung/Behandlung Bestandteil Ihres Vertrages ist oder ob Sie die Kosten selbst tragen müssen.