Berliner/Donuts
Berliner/Donuts (Frage 3)
Was die Namen „runder, fettiger Teig mit feinem Zucker oder Zuckerguss bestreut und mit Marmelade gefüllt“ angeht, gibt es offenbar eine recht stabile Variantenverteilung im großen Maßstab: In Bayern und Österreich sind das die sogenannten Krapfen, in In Österreich, insbesondere in Tirol, werden auch Faschingskrapfen genannt (also nur im südlichsten Verbreitungsgebiet des Wortes Fasching, vergleiche die entsprechende Karte aus der zweiten Rechercherunde).
Der Begriff Krapfen stammt vermutlich vom althochdeutschen Wort krapho ab, was „Haken, Klaue“ bedeutet; Der Name des Kuchens geht offenbar auf seine ursprüngliche Haken- bzw. Krallenform zurück (vgl. Kluge, Pfeifer). In Hessen ist die Verkleinerungsform Kräppel mit dem mitteldeutschen pp statt pf üblich.
Im übrigen Westdeutschland und in der Schweiz heißt der Kuchen Berliner (abgekürzt Berliner Pfannkuchen); In Berlin - natürlich - und fast überall in Ostdeutschland nennt man sie einfach Pfannkuchen. (Die Verwendung des Wortes Pfannkuchen kann bekanntermaßen in der Region zu Verwirrung führen, da es sich andernorts - vor allem im Nordwesten, Westen und Süden Deutschlands - um ein anderes Gericht handelt, nämlich "in der Pfanne gebackener Fladen"; Varianten sind: Eierkuchen, Palatschinken oder Omlett, siehe Variantenwörterbuch.) Vergleiche mit alter Karte.) im deutschen Wortatlas von Umgangssprachen (WDU, 1977, Karte 2-61) wird deutlich, dass sich insbesondere in Thüringen, wo früher auch Kräppel verbreitet war, inzwischen Pfannkuchen deutlich durchgesetzt hat.

Die Varianten Berliner Ballen - laut WDU-Karte im Ruhrgebiet/Sauerland/Niederrhein verbreitet - und Fastnachtsküchle, -küchelchen (Baden-Württemberg und Pfalz/Saar) wurden uns nicht mehr gemeldet.