Leitfaden zur Proben- und Herstelleridentifizierung
I. Einführung: Die Welt der Silberpunzen
Silberpunzen, auch Punzen oder Punzen genannt, sind offizielle oder vom Hersteller angebrachte Markierungen auf Silbergegenständen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Echtheit des Materials, die Feinheit (d. h. Reinheit) des Silbers, die Herkunft (Stadt oder Land) und oft auch den verantwortlichen Goldschmied oder Hersteller zu identifizieren.
Die Bedeutung dieser Stempel liegt im Verbraucherschutz, einer Garantie für die Materialqualität und der Möglichkeit, Silbergegenstände historisch und historisch einzuordnen. Für Sammler und Besitzer von Silberobjekten sind sie für die Bewertung und das tiefere Verständnis ihrer Werke unerlässlich. Die Tradition des Stempelns reicht bis in die Antike zurück, als staatliche Behörden begannen, die Feinheit von Silbermünzen zu garantieren, um Manipulationen vorzubeugen und Vertrauen in den Handel zu schaffen.
Diese Entwicklungen spiegeln das wachsende Bedürfnis nach Verbraucherschutz und einheitlichen Handelspraktiken wider. Ursprünglich auf Münzen beschränkt, breitete sich das Bedürfnis nach Qualitätssicherung mit der Blüte des Goldschmiedehandwerks auch auf andere Silberprodukte aus, was zur Entwicklung von Zunft- und später staatlich regulierten Stempelsystemen führte.
Die Vielfalt der Briefmarken ist enorm und variiert stark je nach Land, Region und historischer Epoche.
Grundsätzlich kann zwischen Beschussstempeln, Stadtstempeln (Prüfzeichen), Meister- oder Fabrikstempeln und teilweise auch Jahreslisten- oder Steuermarken unterschieden werden. Vor 1888 gab es in Deutschland ein stark dezentralisiertes Stempelsystem mit zahlreichen regionalen Unterschieden, was die Identifizierung älterer Silbergegenstände zu einer komplexen Aufgabe machte.
Erst mit der Reichsgründung und dem entsprechenden Gesetz im Jahr 1888 wurde ein einheitlicher kaiserlicher Silberstempel eingeführt, der die Kennzeichnung vereinheitlichte. Silberstempel dienen daher nicht nur als technische Markierungen, sondern fungieren auch als miniaturisierte historische Dokumente. Sie können Aufschluss über wirtschaftliche Verhältnisse geben, etwa über den Verfall der Münzprägung durch den Zusatz unedler Metalle, Handelswege, künstlerische Einflüsse und die Organisation des Handwerks innerhalb von Zünften.
Die markante Veränderung der deutschen Silberprägung um 1888 ist ein direkter Ausdruck der nationalen Einigung und der damit verbundenen Standardisierungsbemühungen in vielen Lebensbereichen.
II. Den Feingehalt von Silber verstehen: Zahlen und ihre Bedeutung
Die Bestimmung des Feingehalts von Silber hat sich im Laufe der Zeit und in verschiedenen Regionen verändert.
Das Verständnis dieser Systeme ist ein wichtiger erster Schritt zur Identifizierung der Silbermarke.
Vor 1888 war das Lot-System im deutschsprachigen Raum und in Teilen Europas üblich. Der Test wurde in Chargen durchgeführt, wobei eine Charge einem Sechzehntel des Gesamtgewichts entsprach. Theoretisch wären es 16 Lose reines Silber.
In der Praxis waren Feinheitsgrade wie 12 Lots (entspricht 750/1000 Teilen Silber), 13 Lots (812,5/1000), 14 Lots (875/1000) und 15 Lots (937,5/1000) üblich. Generell gilt: Je höher die Losnummer, desto reiner und wertvoller ist das Silber. Silber mit einem höheren Lotgehalt wurde häufig für repräsentative Arbeiten im Auftrag des Adels oder der wohlhabenden Mittelschicht verwendet.
Allerdings wird die Chargenkennzeichnung heute nur noch selten verwendet.
Mit dem Reichsstempelgesetz, das am 1. Januar 1888 in Kraft trat, wurde die Kennzeichnung des Feingehalts im metrischen System, also in Teilen pro Tausend (Promille), verpflichtend. Eine Zahl wie „800“8220; auf einem Silberstempel bedeutet, dass der Artikel aus 800/1000 Teilen, also 80 % reinem Silber, besteht.
Die in Deutschland nach 1888 gebräuchlichen Feingehalte waren 800, 835, 900 und 925. Der Mindeststandard war 800 Silber.
Der international anerkannte Standard ist Superfeines Silber, das mit der Zahl „925“ gekennzeichnet ist; ist gestempelt. Diese Legierung besteht zu 92,5 % aus reinem Silber und zu 7,5 % aus anderen Metallen, hauptsächlich Kupfer, die dem Silber eine größere Härte und Widerstandsfähigkeit verleihen.
Der Begriff „Sterling“ hat seine historischen Wurzeln im mittelalterlichen England und den dortigen Silberpfennigen, „Sterling“. Die Wahl einer bestimmten Silberlegierung und damit deren Feinheit ist oft ein Kompromiss zwischen der Reinheit, die den Wert und den typischen Glanz von Silber bestimmt, und der praktischen Anwendbarkeit, d. h.
der Härte und Bearbeitbarkeit des Materials. Reines Silber (999) ist für die meisten Alltagsgegenstände zu weich und anfällig für Kratzer. Aus diesem Grund wurden Legierungen wie Sterlingsilber entwickelt, bei denen die Zugabe von Kupfer die Festigkeit erhöht, ohne den edlen Charakter von Silber wesentlich zu beeinträchtigen. Dies verdeutlicht, wie Erkenntnisse der Materialwissenschaften und die praktischen Bedürfnisse der Anwender die Herstellung von Silberprodukten beeinflussen.
Zusätzlich zu den genannten gibt es viele weitere Silberlegierungen, wie zum Beispiel 625er, 700er, 830er oder 935er Silber, die jeweils spezifische Eigenschaften haben und für unterschiedliche Zwecke verwendet wurden oder werden.
999er Silber, auch Feinsilber genannt, besteht zu 99,9 % aus reinem Silber und wird aufgrund seiner Weichheit selten zur Herstellung von Schmuck oder Alltagsgegenständen, sondern eher für Anlagebarren oder besondere Münzen verwendet. Niedriglegierte Silbersorten werden in Deutschland heutzutage kaum noch verwendet, insbesondere bei der Herstellung von Tischen und Tafelgeschirr.
Stattdessen werden höhere Legierungen wie Sterlingsilber verwendet.
Der Übergang in Deutschland vom traditionellen Lotsystem zum international verständlicheren Dezimalsystem (Tausendteile) sowie die weit verbreitete Verwendung und Anerkennung von Standards wie Sterlingsilber haben den grenzüberschreitenden Handel und das Verständnis der Silberqualität erheblich erleichtert.
Klare, standardisierte Feingehaltsangaben verringern die Unsicherheit und stärken das Vertrauen in den Markt, da sie eine vergleichbare Grundlage für die Beurteilung der Reinheit von Silber schaffen.
Eine bessere Übersicht bietet die folgende Tabelle:
Tabelle 1: Gemeinsame deutsche und internationale Feingehaltsangaben für Silber
| Lotinformationen (vor 1888) | Tausende Stücke (per Mille) | Prozentsatz von Silber | Allgemeiner Name/Verwendung |
| – | 999 | 99,9% | Barren, Anlagemünzen, selten Schmuck) |
| 15 Lot | 937,5 | 93,75% | Hochwertiges Silber, oft auf Bestellung gefertigt |
| &8211; | 935 | 93,5% | Schmuck, Luxus Accessoires |
| &8211; | 925 | 92,5% | Sterlingsilber (internationaler Standard für Schmuck, Besteck, Luxusartikel) |
| &8211; | 900 | 90% | Silbermünzen, Schmuck, hoch Qualität |
| 14 Lot | 875 | 87,5% | Historisch für Silbergegenstände |
| &8211; | 835 | 83,5% | Schmuck, Silbergegenstände, Kronen Silber“, häufig in Deutschland, Österreich, Benelux |
| – | 830 | 83% | Besteck, Schmuck, insbesondere Skandinavien, auch Deutschland |
| 13 Lot | 812,5 | 81,25% | Typisch für süddeutsches Silber zuvor 1888, auch Österreichisch |
| &8211; | 800 | 80% | Deutscher Mindestfeingehalt von 1888, Besteck, Schmuck, „Echtes Silber“ |
| 12 Lots | 750 | 75% | Mindestfeingehalt meist um 1800, typisch für norddeutsches Silber 1888 |
| &8211; | 700 | 70% | Verwendbar Gegenstände |
| &8211; | 625 | 62,5% | Selten verwendet, historisch Münzen |
III.
Deutsche Silbermarken im Wandel der Jahrhunderte
Die Geschichte der Silbermarken in Deutschland ist von bedeutenden Veränderungen geprägt, die eng mit der politischen Entwicklung des Landes verbunden sind. Es werden zwei Hauptperioden unterschieden: die Zeit vor 1888 mit ihren regionalen Unterschieden und die Zeit danach mit der Einführung eines einheitlichen Reichssiegels.
A.
Vor 1888: Regionale Vielfalt
Vor der Einführung des einheitlichen silbernen Reichstags im Jahr 1888 glich die deutsche Briefmarkenlandschaft einem Flickenteppich. Jede wichtige Stadt oder Region mit einer Goldschmiedetradition hatte ihr eigenes System von Stadtzeichen (Zertifizierungszeichen), das oft im Laufe der Jahrhunderte entwickelt wurde.
Diese Zeichen, auch Punzen genannt, garantierten die Herkunft eines Silbergegenstandes und gaben oft auch den in einer bestimmten Stadt oder Region geforderten Mindestfeinheitsgrad des Silbers an. Die Symbole dieser Stadtmarken wurden häufig den entsprechenden Stadtwappen oder anderen örtlichen Wahrzeichen entlehnt. Bekannte Beispiele sind der Zapfen (Pinienkern) für Augsburg, der Bär für Berlin, die Kaiserkugel für Nürnberg, das „Münchner Kindl“; nach München oder der Schlüssel nach Bremen.
Die genaue Kenntnis dieser verschiedenen städtischen Zeichen ist für die Datierung und geografische Verbreitung älteren Neusilbers von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise war im Norden und Nordosten Deutschlands oft ein Mindestfeingehalt von 12 Lots (750/1000) erforderlich, während im Süden 13 Lots (812,5/1000) üblicher waren, wobei die Grenzen fließend sein konnten.
Silbergegenstände aus dieser Zeit trugen neben der Stadtmarke meist auch eine Meistermarke.
Dieses individuelle Zeichen, das oft aus den Initialen des Meisters, einem persönlichen Symbol oder einer Kombination aus beidem besteht, identifizierte den zuständigen Silberschmied oder die verantwortliche Werkstatt. Die Entschlüsselung dieser Referenzzeichen ist entscheidend, um den Artikel einem bestimmten Hersteller zuzuordnen.
In vielen Fällen wurden diese beiden Hauptzeichen durch andere Zeichen ergänzt.Dazu gehörten Jahresbuchstaben oder ganze Jahreszahlen, die eine genauere Chronologie ermöglichten, Buchstaben zur Identifizierung des jeweiligen Zunftmeisters oder Steuermarken, die die gezahlten Steuern anzeigten.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal von antikem Silber aus dieser Zeit ist das sogenannte Zitterzeichen. Diese dünne, gezackte oder wellenförmige Linie, die sich normalerweise auf der Unterseite oder Rückseite eines Artikels befindet, entsteht, wenn ein Prüfer eine Materialprobe zur Überprüfung der Feinheit entnimmt.
Sie gilt als Hinweis auf Echtheit und Qualität, sofern die entsprechenden Prüfzeichen vorhanden sind. Das Vorhandensein einer wackeligen Markierung deutete darauf hin, dass eine körperliche Untersuchung des Materials durchgeführt worden war. Sein Verschwinden aus der allgemeinen Praxis nach etwa 1868/69 markiert eine Änderung der Prüfmethoden oder der Qualitätskontrolldokumentation, möglicherweise hin zu einer stärkeren Abhängigkeit vom gestempelten Nachweis selbst oder anderen, weniger sichtbaren Prüfmethoden.
Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele wichtiger deutscher Kommunalmarken aus der Zeit vor 1888:
Tabelle 2: Beispiele wichtiger deutscher Kommunalmarken von 1888
| Stadt Markenbild (Beschreibung) | Stadtname | Typisches Symbol/typische Beschreibung | Einfache Mindestprobe (Los) |
| (Kiefernzapfen/Kiefernnuss im Schild) | Augsburg | Zapfen (Kiefernkerne) | Meistens 13 Spiele |
| (Bär im Schild stehend) | Berlin | Bär | Überwiegend 12 Spiele |
| (Adler in Krone oder Buchstabe N) | Nürnberg | Adler (Kaiseradler) oder Buchstabe N | Überwiegend 13 Flug |
| (Kopf eines Mönchs mit Buch) | München | Münchner Kindl (Mönch) | Überwiegend 13 Lot |
| (Schlüssel) | Bremen | Schlüssel (Bremer Schlüssel) | 12 Lot |
| (Schloss mit drei Türmen) | Hamburg | Schlosstor | Meist 12 Flight |
| (gekreuzte Schwerter oder Buchstabe D) | Dresden | Kurs Schwerter (Wappen von Sachsen) oder Buchstabe D | normalerweise 12 Lose |
| (Buchstabe K oder bestimmtes Symbol) | Königsberg | Variabel, oft Buchstabe K oder bestimmte Zeichen der religiösen Zeit | Meist 12 Lose |
Hinweis: Die genaue Darstellung der Zeichen kann variieren.
Diese Tabelle dient als allgemeiner Leitfaden.
Das vielfältige Stadtzeichensystem spiegelte eine starke regionale Identität und die Macht lokaler Zünfte wider, die oft ihre eigenen Vorschriften für die Verarbeitung und Kennzeichnung von Silber erließen. Die anschließende Vereinheitlichung der Stempelung im Jahr 1888 war daher nicht nur eine technische, sondern auch eine politische Maßnahme, die die wachsende nationale Einheit Deutschlands widerspiegelte und wahrscheinlich auf den Widerstand etablierter Zünfte oder Regionen stieß, die ihre traditionellen Stempelsysteme beibehalten wollten.
Darüber hinaus hatte die Einführung der Gewerbefreiheit um 1868 bereits zum teilweisen Zusammenbruch der alten Zunftordnung und damit der traditionellen Stempelpraxis geführt. In manchen Regionen, etwa in Hanau, wo der Einfluss der Zunft geringer war, herrschte eine gewisse „Wildheit“; Stempelsystem, das die Notwendigkeit betonte, die Vorschriften im gesamten Reich zu vereinheitlichen.
B.
Ab 1888: Vereinheitlichung durch das Reichssiegel
Mit Inkrafttreten des „Gesetzes über den Feingehalt von Gold und Silber“; Am 1. Januar 1888 wurde das deutsche Silbermarkensystem grundlegend reformiert und vereinheitlicht. Dieses Gesetz sah einen Mindestfeingehalt von Silber für das gesamte Deutsche Reich von 800/1000 Teilen vor und führte einen nationalen Einheitsstempel ein, den sogenannten Reichssilberstempel.
Dieser Reichsstempel besteht aus zwei Symbolen: dem Halbmond, dem allgemeinen Symbol für Silber, und der Reichskrone, die das Deutsche Reich symbolisiert.
Diese beiden Symbole müssen von nun an auf Silbergegenständen neben dem individuellen Herstellerzeichen und dem neu eingeführten Tausender-Feingehalt obligatorisch sein. Die Einführung dieser nationalen Marke markierte das Ende der verschiedenen regionalen Stadtmarken als primärer Herkunfts- und Qualitätsgarant. Dieses silberne Reichszeichen ist auch häufig auf Uhren zu sehen, die für den deutschen Markt bestimmt waren.
Auch im neuen System nach 1888 blieben Herstellerzeichen (auch Firmenzeichen genannt) ein fester Bestandteil der Punzierung.
Sie dienten auch der eindeutigen Identifizierung des jeweiligen Herstellers bzw. Herstellers. Wie bereits erwähnt, musste die Feinheitsangabe nun in Promille angegeben werden, beispielsweise mit den Zahlen „800“, „835“; oder „925̶.
IV. Entschlüsselung der Herstellerzeichen: Wer hat es hergestellt?
Das Herstellerzeichen ist oft der Schlüssel zur Bestimmung der Herkunft eines Silbergegenstands, da es direkt auf den Goldschmied oder Hersteller hinweist.
Diese Marken sind individuelle Markenzeichen von Herstellern und können gestalterisch sehr unterschiedlich sein.Sie bestehen oft aus Buchstaben (den Initialen des Meisters oder Unternehmens), geschriebenen Namen, charakteristischen Symbolen (wie Tieren, Pflanzen, Werkzeugen oder geometrischen Figuren) oder Kombinationen dieser Elemente.
Die Entschlüsselung dieser Marken kann eine Herausforderung sein, ist aber oft der lohnendste Teil der Recherche. Wertvolle Hilfsmittel sind hier Fachkataloge wie Silbermarkenlexikon.de, das deutsche Marken von etwa 1880 bis 1950 zusammenfasst, oder umfangreiche internationale Datenbanken wie silvercollection.it.
Viele Hersteller wählten Symbole für ihre Marken, die einen direkten oder indirekten Bezug zu ihrem Namen (sog.
„sprechende Marken“, z. B. ein Fuchs für einen Champion namens Fuchs), ihrem Standort (z. B. ein Element aus dem Stadtwappen einer Stadtwaffe) oder einem bestimmten Handwerk haben Tradition. Häufig finden sich Tiere wie Löwen, Adler oder Bären, Pflanzenmotive wie Rosen oder Eichenblätter, Darstellungen von Werkzeugen (z. B. Hämmer und Zirkel) oder heraldische Elemente wie Wappenschilde und Kronen.
Obwohl die Heraldik, das Studium von Wappen, allgemeine Hinweise zur Interpretation heraldischer Elemente geben kann, die in den Zeichen des Schöpfers erscheinen (z. B. die Bedeutung bestimmter Farben oder Figuren), muss berücksichtigt werden, dass die Zeichen des Schöpfers nicht immer strengen heraldischen Regeln folgen und Symbole oft freier interpretiert werden.
Einige Online-Datenbanken wie silvercollection.it kategorisieren Herstellermarken teilweise nach den verwendeten Symbolen (z. B. „TIERE“, „PFLANZEN“, „HERALDRY“) und bei Mikrolisk.de ist sogar die Suche nach Bildelementen möglich.
Herstellermarken fungierten auch über die bloße Identifikationsfunktion hinaus als frühe Formen des Branding.
Eingängige und wiedererkennbare Symbole oder Wörter trugen dazu bei, die Produkte eines Herstellers auf dem Markt von denen der Konkurrenz zu unterscheiden, einen Ruf für Qualität (oder mindere Qualität) aufzubauen und die Kundenbindung zu fördern - ähnlich wie moderne Marken. Die Verwendung der „Unternehmensmarke“ war in Hanau ab 1874 Pflicht. Dies unterstreicht die Entwicklung hin zu einer formalisierten Markenbildung und zum Schutz des geistigen Eigentums.
Die Wahl der Symbole in Herstellermarken war selten zufällig.
Sie vermittelten oft eine Bedeutungsebene, die über die reine Identifikation hinausging. Ein Tier könnte den Namen des Gründers darstellen, ein Werkzeug könnte auf die Spezialisierung einer Werkstatt hinweisen und ein heraldisches Element, wie etwa eine Krone, könnte hochwertige Assoziationen und sogar (berechtigte oder nicht) Verbindungen zu Hoflieferanten hervorrufen.
Diese Symbole schufen eine Art visuelle Sprache, deren Entschlüsselung Kontextkenntnisse des Herstellers, der Region und der Ära erfordert.
Trotz umfangreicher Recherche und zahlreicher Datenbanken bleibt die Zuordnung einiger Herstellermarken eine Herausforderung. Vorhandensein von Kategorien wie „UNIDENTIFIZIERTE ERSTELLER“; oder „UNBEKANNTE MARKEN“ in den einschlägigen Katalogen machen deutlich, dass historische Aufzeichnungen oft unvollständig sind.
Nicht alle Goldschmiede, insbesondere kleinere Werkstätten oder solche, die nur für kurze Zeit tätig waren, konnten ihre Marken offiziell registrieren lassen, da die entsprechenden Archive und Aufzeichnungen möglicherweise im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Dies bedeutet, dass es selbst mit den besten verfügbaren Ressourcen manchmal nicht möglich ist, den Hersteller zu identifizieren.
V.
Sonderfall: Erkennung von Hanauer Pseudozeichen
Die Stadt Hanau in Hessen entwickelte sich an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der Silberproduktion im sogenannten historisierenden Stil. Diese Objekte imitierten oft aufwendig die Formen und Dekore älterer Stilepochen wie Barock, Rokoko oder Empire.
Um diesen antiken Eindruck zu ergänzen und die Verkaufschancen zu erhöhen, haben viele Hersteller aus Hanau ihre Waren mit sogenannten Pseudostempeln gekennzeichnet.
Dabei handelt es sich um Stempel, die bewusst alten Stadt- oder Meistermarken berühmter Goldschmiedezentren in Deutschland (z. B. Augsburg, Nürnberg), Frankreich (z.
B. Paris, Straßburg) oder anderen Ländern nachempfunden wurden. Diese Pseudomarken spiegelten jedoch nicht die tatsächliche Herkunft oder das tatsächliche Alter der Werke wider, sondern waren im Wesentlichen Fantasiemarken oder irreführende Nachahmungen, die den Eindruck erwecken sollten, dass die Werke älter oder prestigeträchtiger seien.
Die Produktion solcher Elemente mit historischen Formen und Marken war eine Reaktion auf die hohe Nachfrage nach „Antiquitäten“; Silber aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Da originale Antiquitäten immer seltener und teurer wurden, füllten diese exquisiten Reproduktionen eine Marktlücke. Pseudomarken waren ein wichtiger Teil des „Gesamtpakets“ und sorgten dafür, dass Artikel für weniger sachkundige Käufer überzeugender wirkten.
Die Identifizierung von Pseudomarken aus Hanau erfordert ein geschultes Auge und die Beachtung mehrerer Unterscheidungsmerkmale:
- Inkonsistente Markenkombinationen: Pseudomarken, die auf einem Produkt angebracht werden, passen oft weder stilistisch noch historisch logisch zusammen.Beispielsweise kann eine Briefmarke, die auf einer Briefmarke einer französischen Stadt basiert, neben einer fantastischen Briefmarke mit deutschen Buchstaben oder Symbolen stehen.
- Übermäßige oder nicht-historische Verwendung von Kronen: Viele Pseudo-Briefmarken aus Hanau zeigen eine markante Gruppe von Kronen, die über Buchstaben, Symbolen oder Lilien platziert sind, oft in einer Weise, die nicht historischen Mustern entspricht.
- Nicht-historische Feingehaltsangaben: Manchmal auf Hanau-Stücken zu sehen.
Lot-Informationen (z. B. die Zahl „13“ für 13 Lots Silber), obwohl diese Stücke stilistisch und produktionstechnisch zweifellos nach 1888 hergestellt wurden, als die Angabe des Feingehalts in Tausendern bereits im gesamten Reich Pflicht war.
- Anachronistische Merkmale: Das Erscheinen des Zitterzeichens auf Stücken, die eindeutig nach 1868/69 hergestellt wurden (eine Zeit, in der die Zitterlinie bei der regelmäßigen Silberprüfung weitgehend verschwand), weist eindeutig auf Hanau hin Pseudomarkierung.
- Erfinderische Symbole: Häufig verwendete stilisierte Tiere (z.
B. Hahn, aufsteigender Löwe), Schiffe, Menschenfiguren oder andere Symbole, die nicht echten historischen Vorbildern von Silberstempeln entsprechen oder in ungewöhnlichen, historisch nicht belegten Kombinationen vorkommen.
- Fehlendes Ortsschild nach 1874 oder fehlende Jahresbuchstaben: Ab 1874 begann Hanau, das eingetragene Warenzeichen des Herstellers zu verwenden (Firmenlogo), das indirekt auf die Stadt hinwies; Eine eigene, traditionelle Stadtmarke war damals nicht mehr üblich.
In Hanau gab es keine Jahresbuchstaben, wie man sie aus dem englischen oder dem augsburgischen System kennt.
Die Silberproduktion in Hanau mit Pseudomarken deckt ein breites Spektrum ab. Einige Werke könnten als aufwändige Reproduktionen im Stil alter Meister und als Hommagen an vergangene Epochen gedacht gewesen sein. Andere waren expliziterer Natur und sollten Käufer über das tatsächliche Alter und die Herkunft der Artikel täuschen.
Das von Zeitgenossen beschriebene „wilde“ Stempelsystem in Hanau könnte aufgrund des im Vergleich zu anderen Städten geringeren Einflusses traditioneller Zünfte diese Grauzone zwischen handwerklicher Nachahmung und absichtlicher Irreführung begünstigt haben.
Bei der Beurteilung ist es wichtig, nicht nur die Stempel einzeln zu betrachten, sondern auch die stilistische Einordnung des gesamten Objekts.
Bei der Beurteilung sind die Herstellungsweise, die Verarbeitungsqualität und der Gesamteindruck des Werkes zu berücksichtigen. Pseudomarken sind ein wichtiger Hinweis, doch erst eine umfassende Betrachtung des Objekts ermöglicht eine sichere Zuordnung des Silbers zum Hanauer Historismus.
VI. Praktische Anleitung zur Identifizierung eines Silberstempels
Die Identifizierung eines Silberstempels erfordert ein systematisches Vorgehen und bestimmte Werkzeuge.
Die erste Frage ist, wo Stempel auf Silbergegenständen zu finden sind.
Stempel werden in der Regel an unauffälligen Stellen angebracht, um das ästhetische Erscheinungsbild des Artikels nicht zu beeinträchtigen.
Bei Besteck befinden sie sich oft auf der Rückseite der Griffe, bei Löffeln und Gabeln, manchmal im Bereich, wo der Griff mit der Schüssel oder den Zähnen verbunden ist, und bei Löffeln sogar in der Schüssel (Mulde) selbst.
Bei leeren Produkten, wie Krügen, Schüsseln oder Dosen, sind Stempel oft auf dem zu finden Basis, am äußeren Rand der Basis, in der Nähe der Basis des Griffs oder unter dem Griff.
Bei Schmuck finden sich Punzen normalerweise auf der Innenseite von Ringen, auf der Rückseite von Anhängern oder Broschen sowie auf den Verschlüssen von Ketten oder Armbändern.
Bei silbernen Uhrengehäusen finden sich Punzen normalerweise auf der Rückseite des Gehäuses und bei Taschenuhren auf der Innenseite der Feder oder des Gehäuses.
Anti-Staub.
Ein notwendiges Hilfsmittelist eine gute Lupe, am besten eine Schmucklupe mit mindestens 10-facher Vergrößerung. Silberstempel sind oft sehr klein und detailliert und können im Laufe der Jahre durch Gebrauch und Polieren abgenutzt werden. Auch eine gute Beleuchtung ist wichtig, um feine Details erkennen zu können.
Zur systematischen Punzierungsanalyse empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Gründliche Reinigung: Wenn Stempel verschmutzt oder matt sind, sollten sie gründlich gereinigt werden, um sie besser sichtbar zu machen.
Achten Sie darauf, die Oberfläche des Silbers oder die Stempel selbst nicht zu beschädigen.
- Alle Stempel finden: Durchsuchen Sie das gesamte Objekt gründlich. Oft liegen mehrere Stempel nebeneinander oder an unterschiedlichen Stellen.
- Beschreiben, kopieren oder fotografieren: Dokumentieren Sie jeden einzelnen Stempel möglichst ausführlich.
Achten Sie auf die Form des Stempelfeldes (z. B. oval, rechteckig, schildförmig, rund), den Inhalt (Zahlen, Buchstaben, Symbole wie Tiere, Pflanzen, Werkzeuge, geometrische Figuren, Kronen) und mögliche Randlinien. Klare Makrofotos von Stempeln sind bei späteren Recherchen äußerst hilfreich.
- Identifizierung eines Feingehaltsstempels: Versuchen Sie zunächst, die Feingehaltsmarkierung zu finden.Dies kann eine dreistellige Nummer (z.
B. 800, 925), eine zweistellige Chargennummer (z. B. 12, 13) oder der Name „STERLING“ sein;
- Suchen Sie nach nationalen oder städtischen Symbolen: Suchen Sie nach bekannten nationalen Symbolen (für Deutschland nach 1888, Halbmond und Krone) oder markanten Stadtzeichen, wenn es sich möglicherweise um ein älteres Objekt handelt.
- Analysieren Sie das Herstellerzeichen: Notieren Sie alle Buchstaben, Namen und Symbole, die möglicherweise zum Herstellerzeichen gehören.
- Beachten Sie die Reihenfolge und Anordnung: Die Informationen können auch die relative Position des erhalten Briefmarken zueinander.
In einigen Stempelsystemen, z.B. Im britischen gibt es eine feste Reihenfolge der Markierungen (z. B. Stadtmarke, Proof, Jahresbuchstabe, Meistermarke). Auch wenn deutsche Systeme, insbesondere vor 1888, variabler waren, kann eine ungewöhnliche Anordnung oder Kombination, beispielsweise bei Hanauer Pseudomarken, ein Hinweis sein.
Eine sorgfältige Dokumentation von Briefmarken durch präzise Zeichnungen oder hochwertige Fotos ist für die weitere Suche in Fachbüchern, Online-Datenbanken oder bei Rückfragen in Fachforen unerlässlich.
Bei der Analyse ist es auch wichtig, darauf zu achten, worauf es ankommt Nein hat.
Das Fehlen eines erwarteten Zeichens kann ebenso aufschlussreich sein wie das Vorhandensein eines bestimmten Zeichens. Beispielsweise kann das Fehlen von Halbmond und Krone auf einem Silbergegenstand, der stilistisch aus dem Jahr 1888 stammt, Zweifel aufkommen lassen und auf eine Fälschung, eine nichtdeutsche Herkunft oder eine Ausnahme von der Regel hinweisen.
Ebenso lohnt es sich, zumindest das Fehlen einer Feingehaltsmarkierung auf dem Exemplar zu überprüfen, das aufgrund seiner Art und Herkunft einen solchen Stempel tragen sollte.
Der physische Zustand der Markierungen selbst kann bei der Gesamtbeurteilung ebenfalls berücksichtigt werden, wenn auch mit Vorsicht. Stark abgenutzte oder verputzte Abzeichen können auf Alter und langen Gebrauch hinweisen.
Umgekehrt können extrem scharfe und deutliche Stempelungen auf einem vermeintlich sehr alten Stück auf eine spätere Nachahmung oder gar Fälschung hinweisen. Obwohl dies nicht das einzige Kriterium ist, kann es im Zusammenhang mit anderen Beobachtungen wichtig sein.
VII. Notwendige Forschungsressourcen
Der Zugang zu zuverlässigen Informationsquellen ist für die effektive Identifizierung von Silberpunzen unerlässlich.
Erfreulicherweise steht inzwischen eine große Auswahl an klassischen Lehrbüchern und digitalen Ressourcen zur Verfügung.
A.Klassische Nachschlagewerke
Das wohl wichtigste und umfassendste Standardwerk zur Punzierung von Gold und Silber, insbesondere für den deutschsprachigen Raum, aber auch mit internationaler Reichweite, ist Der Goldschmiede Merkzeichen von Marc Rosenberg.
Die vierbändige dritte Auflage, erschienen 1922-1928, gilt als zuverlässig. Forscher und Sammler freuen sich besonders darüber, dass dieses grundlegende Werk nun digitalisiert wurde und kostenlos im Internet verfügbar ist, beispielsweise über die Digitale Bibliothek der Universitätsbibliothek Heidelberg. Die Bände 1 bis 3 decken Deutschland ab, wobei die Marken oft nach Regionen und Städten geordnet sind, während Band 4 andere Länder abdeckt.
Die digitale Version ermöglicht eine komfortable Volltextsuche, was die Recherche erheblich erleichtert.
Neben Rosenberg sind weitere wichtige Fachbücher verfügbar:
- Für englisches Silber „A Guide to Marks of Origin on British and Irish Silver Plates and Old Sheffields Plate Makers' Marks“ 8222; von Frederick Bradbury ist ein Standardwerk.
- Im Fall von französischem Silber das Werk von Henry Nocq, „Le poincons de Paris“; und das „Dictionaire des poincons des maitres orfevres francais“ von großer Bedeutung.
- Jan Divis&8218; „Silberstempel aus aller Welt“ enthält eine Übersicht über nationale Punzen, jedoch keine Herstellungsmarkierungen.
- Arbeit „Internationale Punzen auf Silber“#8220; von Tardyist ein umfangreicher internationaler Katalog, der auch einen nützlichen Bildindex für die Suche nach Zeichen anhand von Symbolen enthält.
- Miller's Encyclopedia of World Silver Signswird als guter weltweiter Überblick geschätzt.
- Darüber hinaus gibt es umfangreiche Fachliteratur zu den Silberzeichen einzelner deutscher Städte und Regionen, wie etwa die Werke von Helmut Seling zu den Augsburger Goldschmieden, Wolfgang Scheffler zu den Berliner Goldschmieden und Erich Schliemann zu den Goldschmieden in Hamburg (eine ausführliche Liste finden Sie z.
B. auf der Wikipedia-Seite zu Silbermarken).
B. Online-Datenbanken und Websites
Die digitale Welt bietet immer mehr hervorragende Ressourcen:
- 925-1000.com: Eine äußerst umfassende internationale Website mit detaillierten Abschnitten zu deutschen Silbermarken vor und nach 1886., Hanauer Pseudomarken, alphabetische Herstellerlisten mit zahlreichen Bildbeispielen und ein aktives Anfrageerkennungsforum.
- dieschatzkisheimnetz.de: Forum rund um Antiquitäten und Sammler. In diesem Forum geht es um die Identifizierung von Silberpunzen, Punzen, Handwerksmarken, Punzen und anderen Markierungen auf altem und neuem Silber.
- silvercollection.it: Eine weitere hervorragende, reich bebilderte Ressource mit Schwerpunkt auf kontinentalem Silber.
Die Seite bietet umfangreiche Listen deutscher Hersteller (alphabetisch und teilweise nach Symbolkategorien geordnet), Informationen zu Stadtmarken und Hanauer Marken.
- microlisk.de: Obwohl sich diese Datenbank hauptsächlich an Uhrenmarken richtet, enthält sie auch Informationen zu Silberproduzenten. Sie ermöglicht die Suche nach Namen sowie Bildelementen von Marken.
- silbersuite.de: Eine informative Website mit gut recherchierten Artikeln zur Silberpunze in Deutschland im Allgemeinen, zum Hanauer Silber im Besonderen und zur Bedeutung der Jahresbuchstaben auf Silber.
- EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum): Eingetragene Marken können über Datenbanken wie eSearch plus und TMview recherchiert werden, was insbesondere für Herstellermarken gilt kann aktuell sein.
- Blogs und Zeitschriften von Fachinstitutionen: Websites von Auktionshäusern (z.
B. Dorotheum Pfand Magazin) oder Edelmetallhändlern (z. B. StoneX Bullion Blog) enthalten oft nützliche Rezensionsartikel, Fallstudien und Abbildungen zu Silberstempeln.
- Wikipedia-Artikel „Silberstempel“: Bietet einen guten allgemeinen Überblick über das Thema und, was besonders wertvoll ist, eine umfangreiche Literaturliste, die eine eingehende Recherche zum Thema ermöglicht Marken einzelner Städte und Regionen.
Die Kombination aus klassischen Nachschlagewerken und digitalen Ressourcen schafft eine starke Synergie. Während Standardwerke wie Rosenbergs „Der Goldschmiede Merkzeichen“ historische Fundierung und wissenschaftliche Tiefe bieten, steigert ihr Wert durch die Digitalisierung und die damit verbundene Volltextsuche enorm. Online-Datenbanken wie 925-1000.com oder silvercollection.com ergänzen dies durch eine breitere, oft internationalere Abdeckung, visuelle Suchfunktionen und aktuellere, einfacher zu pflegende Inhalte.
Daher erfordert eine effektive Recherche oft den Vergleich von Informationen zwischen verschiedenen Arten von Quellen.
C. Foren und Expertenhilfe
Manchmal führen selbst die besten Bücher und Datenbanken nicht sofort zum Ziel. In solchen Fällen können Online-Foren mit den Schwerpunkten Antiquitäten, Silber oder Heraldik eine wertvolle Hilfe sein (z.
B. das Forum unter 925-1000.com oder thematische Diskussionsgruppen wie dieschatzkistheimnetz.de). Hier können Sie Fotos unbekannter Marken posten und von der kollektiven Intelligenz und Erfahrung der Community profitieren. Aussagekräftige, eindeutige Markenfotos sind für eine erfolgreiche Identifizierung durch andere Benutzer unerlässlich.
Bei besonders wertvollen oder komplexen Werken oder wenn die eigene Recherche an ihre Grenzen stößt, kann es sinnvoll sein, einen zertifizierten Hauptgutachter, ein auf Silber spezialisiertes Auktionshaus oder einen Museumskurator zu konsultieren.
Die breite Verfügbarkeit hochwertiger Online-Ressourcen und digitalisierter Klassikertexte vermittelt Fachwissen im Bereich der Identifizierung von Silberstempeln gewissermaßen „demokratisiert“.
Informations- und Recherchetools, die einst wenigen Spezialisten mit Zugang zu seltenen Büchern und umfangreichem Privatwissen vorbehalten waren, stehen heute einem breiten Publikum zur Verfügung. Dadurch können sich heute viel mehr Menschen intensiv mit ihrem Silbererbe auseinandersetzen und dessen Geschichte erforschen.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Erforschung von Silbermarken kein abgeschlossenes Feld ist.
Viele Online-Ressourcen sind in Arbeit und Foren leben von den Beiträgen ihrer Benutzer. Dies zeigt, dass Markenidentifikation ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess ist, bei dem ständig neue Erkenntnisse gewonnen, Fehler korrigiert und gemeinsam Wissen aufgebaut und verbessert wird.
VIII. Schlussfolgerungen und nächste Schritte
Die Identifizierung von Silberstempeln ähnelt oft einer Detektivsuche, die Geduld, Liebe zum Detail und den geschickten Einsatz geeigneter Ressourcen erfordert.
Zu den grundlegenden Schritten gehört die Unterscheidung zwischen dem Beschuss, dem Stadtbeweis oder der späteren Reichspunze und dem Zeichen des einzelnen Herstellers. Ein wesentlicher Faktor ist das Verständnis der historischen Entwicklung des deutschen Stempelrechts, insbesondere des Unterschieds zwischen der Zeit vor und nach der Vereinigung im Jahr 1888.Klassische Standardwerke wie Rosenbergs „The Silversmith's Mark“ und moderne Online-Datenbanken wie 925-1000.com oder silvercollection.it sind wesentliche Hilfsmittel für diese Recherche.
Jeder Silberstempel erzählt eine kurze Geschichte über das Objekt, an dem er angebracht ist - eine Geschichte über seine Herkunft, Qualität und die Handwerker, die ihn geschaffen haben.
Die Entschlüsselung dieser Zeichen kann eine faszinierende Entdeckungsreise sein, die den fiktiven und oft auch materiellen Wert eines Silbergegenstandes deutlich steigern kann. Die Identifizierung eines Silberstempels ist daher mehr als nur eine technische Übung; Es ist oft eine Reise in die Vergangenheit, die ein Objekt mit Menschen, Orten und Zeiten verbindet.
Diese persönliche Verbindung und das neu gewonnene Wissen können eine erhebliche Belohnung für Ihre Mühe sein.
Obwohl die Fülle an verfügbaren Informationen und Tools heute größer ist als je zuvor, ist es ratsam, bei der Durchführung von Recherchen eine gesunde Skepsis zu bewahren. Dies gilt insbesondere für Informationen aus ungeprüften Internetquellen oder ungewöhnlichen und schwer identifizierbaren Marken.
Die Überprüfung von Informationen aus verschiedenen Quellen und ggf. die Einholung von Expertenmeinungen sind wichtige Schritte, um falsche Schlussfolgerungen oder die Täuschung durch Fälschungen oder irreführende Etiketten zu vermeiden, wie sie beispielsweise bei sogenannten Fälschungen ARG 800 oder komplexen Hanau-Pseudomarken auftreten können.
Mit Geduld, einem systematischen Vorgehen und den in diesem Ratgeber vorgestellten Methoden und Ressourcen haben Sie jedoch gute Chancen, die Herkunft und den Hersteller Ihres eigenen Silberschatzes erfolgreich zu ermitteln.